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Damen-Heimteams lassen sich den Vorteil nicht mehr nehmen

14. May 2024

Die Überraschung blieb aus: Alle vier in der Liga besser platzierten Mannschaften konnten die Play-off-Serie bereits im zweiten Spiel abschließen. Und so kommt es am nächsten Samstag beim Final-Four in Bonn zu den Halbfinalspielen Mannheimer HC gegen Rot-Weiss Köln und Düsseldorfer HC gegen Club an der Alster. Dazu steht mit Club Raffelberg der erste Absteiger fest.

Schon früh legte Rot-Weiss Köln den Grundstein für den zweiten Sieg über Großflottbek und damit die Endrundenteilnahme. Breits nach neun Minuten stand es 2:0. Nach Konter und schöner Vorarbeit von Sophie Prumbaum konnte die mitgelaufene Nike Lorenz das Abspiel in den von Torhüterin Kucharska verlassenen Kasten einschieben. Fünf Minuten danach wusste sich die Hamburger Abwehr bei einem Solo von Antonia Lonnes nicht anders als mitz einem Stockschlag zu helfen – Schiedsrichter Sascha Schwalb entschied sofort auf Siebenmeter, den Lorenz souverän verwandelte. Ohne die verletzte Nationalspielerin Jette Fleschütz fehlte Flottbek die nötige Durchschlagskraft, um Köln in der Defensive richtig in Verlegenheit zu bringen. Erst im letzten Viertel gab es für die Gäste etwas zu bejubeln. Im Kölner Kreis wurd Sofia Maldonado hart bedrängt, und wie beim ersten Strafstoß zeigte Schwalb auch hier schnell (und korrekt) auf den Punkt. Lorna Mackenzie ließ bei ihrem starken Schlenzer in den Winkel Nationaltorhüterin Julia Sonntag keine Chance. Das 1:2 (48.) brachte nochmal Spannung ins Spiel, doch nur für vier Minuten. Dann nutzte Nike Lorenz einen im Mittelfeld abgefangenen Ball, rannte los und bediente die mitgelaufene Katharina Reuten, die per Schrubber das 3:1 (52.) erzielte. Dabei blieb es, auch wenn Flottbek mit elf Feldspielerinnen bis zum Schluss alles probierte.

 

Im Hamburger Viertelfinalderby ließ der Club an der Alster dem benachbarten Gast vom UHC von Beginn an wenig Luft zum Atmen. Während die Uhlenhorsterinnen selten mal eigene Torgefahr entfachen konnten, bot sich den Gastgeberinnen deutlich mehr Gelegenheiten. Wenige Sekunden vor Ablauf des ersten Viertels glückte dann Kira Horn aus spitzem Winkel von links das 1:0. Noch dichter am Ablauf der Viertelzeit war Horn dann bei ihrem zweiten Tor. Nach Vorarbeit von Anne Schröder lenkte Horn den Ball eine Sekunde vor der Halbzeitpause zum 2:0-Pausestand über die Linie. Die Reihe der knapp vor Ablauf der Spielzeit fallenden Tore hielt auch im zweiten Durchgang. Denn erst in der letzten Sekunde des Spiels konnte Yani Zhong im Nachfassen an einen von TW Wichmann zunächst abgewehrten Schuss von Yara Mandel für den UHC zum 1:2 verkürzen – viel zu spät, um den Rückstand aufzuholen und die Chancen auf ein drittes Spiel am Leben zu halten. Zumindest im letzten Viertel konnten die dann torwartlosen UHC-Damen mehr Druck ausüben.

 

Auch der Düsseldorfer HC ließ sich auf eigenem Platz die durch den Auswärtssieg im ersten Spiel geschaffene gute Ausgangslage gegen den Harvestehuder THC nicht mehr verderben. Nach torloser erster Halbzeit brach Laetitia Graf nach 39 Minuten den Bann, als sie auf Vorarbeit von Frederike Heusgen den Nachschuss zum 1:0 für den DHC unterbrachte. Als die Hamburger Gäste dann durch Daria Buchta eine Riesenchance zum Ausgleich ausließen (Torhüterin Femke Jovy parierte glänzend), folgte im direkten Gegenangriff das über Mabel Brands und Sophia Schwabe toll vorbereitete 2:0 (49.) durch Sara Strauss. Trotzdem wurde es nach dem 1:2 (55.) durch Teresa Martin Pelegrina per Eckenvariante nochmal eng, aber der DHC brachte den Vorsprung ins Ziel.

 

Mehr Mühe als erwartet hatte der amtierende Meister Mannheimer HC gegen den Berliner HC. Die Gäste hielten ihren Kasten anders als bei der 1:3-Hinspielniederlage lange sauber. Erst eine perfekte Eckenvariante, vollendet durch Aina Kresken per Stecher, brachte den Favoriten zehn Minuten vor Ende in Führung. Geschafft war es für Mannheim aber noch nicht. 100 Sekunden vor Schluss tankte sich Pahila ASrnold über links durch. Ihre Rückhandflanke landete abgefälscht am langen Pfosten, wo ihn Philine Drumm in Kopfhöhe ins Netz drückte. Mannheim war gefordert und erzwang sich in der letzten halben Minute noch zwei Ecken. Bei der zweiten wear Charlotte Gerstenhöfer im Nachschuss zur Stelle unb drückte 18 Sekunden vor Abpfiff zum 2:1 über die Linie.

 

Wie im Play-off nutzten auch im Play-down die Heimteams ihre Vorteile. Der Münchner SC konnte nach seinem zweiten 2:0 (0:0) gegen Uhlenhorst Mülheim seinen Klassenerhalt feiern. Josefine Wahmes per Rückhand (38.) und Philin Bolle per Ecke (44.) machten im dritten Viertel den Unterschied.

Mülheim bietet sich eine weitere Chance zum Ligaverbleib. Und zwar kommenden Samstag im „Play in“ gegen die Zehlendorfer Wespen. Die Berlinerinnen setzten sich gegen den Club Raffelberg mit 2:0 (1:0) durch. Charlotte Stapenhorst per Siebenmeter (23.) und Nele Lammers (58.) sorgten mit ihren Toren für den Abstieg des Club Raffelberg, der ohne Sieg in 18 Saisonspielen zurück in die zweite Liga gehen muss.

 

Foto: S. Müller

Unser Matchplan ist komplett aufgegangen, auch wenn der UHC ein gutes letztes Viertel gespielt hat und nochmal ein wenig Stress erzeugte

Julian Tarres, Trainer Club an der Alster