Wichtiger Sieg für Köln, Mülheim und Flottbek teilen sich die Punkte

Rot-Weiss Köln hat das Volvo E.R.B. Topspiel der Woche gegen den UHC Hamburg für sich entschieden. In der Hauptstadt schlägt der Berliner HC den Bremer HC, Mülheim und Großflottbek trennen sich derweil Unentschieden. Im letzten Spiel der Hinrunde krönt der Mannheimer HC eine starke bisherige Saison und gewinnt gegen München. Die Spielberichte:

rot-weiss köln – uhc hamburg 5:2 (2:0)

Zum Volvo E.R.B. Topspiel der Woche standen sich am heutigen Samstag Rot-Weiss Köln und der UHC Hamburg gegenüber. Beide Mannschaften stehen auf dem zweiten Tabellenplatz ihrer Staffel – in der letzten Saison hatte Köln einen 8:1 Heimsieg und einen 2:3 Auswärtssieg einfahren können.

Auf der Anlage in Köln bot sich den Zuschauern zunächst ein sehr hektisches Spiel, viele Zweikämpfe wurden geführt, das Spiel ging hin und her. In der achten Spielminute kam Sophie Prumbaum für Köln von links zum Abschluss mit der Rückhand aber der Ball ging am Tor vorbei (8.). Zwei Minuten danach spielte Rebecca Grote den Ball nach einem Freischlag zu Pia Maertens, die den Ball geschickt mit der Annahme direkt über zwei Schläger lupfte und sich in den Schusskreis drehte. Ein harter Schlag wurde noch abgewehrt aber den Nachschuss schob Prumbaum zwischen den Beinen der Torhüterin hindurch zum 1:0 in das Tor (10.).

Im zweiten Viertel war erst einmal die Defensive der Gastgeberinnen gefragt: Die Torhüterin hielt gleich mehrere Strafecken in Folge und damit die Führung für Köln fest. Auf der Gegenseite gelang Camille Nobis dann das 2:0 für die Rot-Weissen: Die Herausgabe einer Strafecke wurde zwar verstoppt, aber Nobis drang dennoch über die halbrechte Seite in den Kreis ein und zog ab. Der Schuss ging halbhoch in die kurze Ecke, Torhüterin Noelle Rother hatte auf einen Schuss ins lange Eck spekuliert und war geschlagen (25.,KE).

Die Hamburgerinnen kamen dann aber besser aus der Kabine. Ein Angriff über die linke Seite führte zum Ziel: Yara Mandel setzte sich im Schusskreis durch, scheiterte noch mit ihrem ersten, verwandelte dann aber den zweiten Schuss und erzielte somit den wichtigen Anschlusstreffer für den UHC (33.). Und so ging es gleich weiter, die UHC-Damen kamen über Lena Micheel und Lisa Musci in den Schusskreis. Musci zog aus vollem Lauf ab und hatte Glück – ihr Rückhandschuss aus halbrechter Position ging an den Innenpfosten und in das Tor (36.). Der 2:2 Ausgleich nach nur wenigen Minuten in der zweiten Halbzeit hatte das Spiel wieder völlig offen gestaltet.

Das dritte Viertel blieb weiter ein torreiches: Katharina Hüls klaute einer UHC-Spielerin in deren Aufbau den Ball, über einen weiteren Pass gelangte der Ball zu Rebecca Grote, die frei vor dem Tor ihren neunten Saisontreffer erzielte (40.). Hamburg kam direkt im Gegenzug zu einer kurzen Ecke, aber Maja Sielaff im Tor hielt stand. Vor dem Tor gefährlich blieb es dann wieder auch für die Kölner Offensive: Emma Boermans zog aus der Luft ab, den Rebound verwertete Sophie Prumbaum mit ihrem zweiten Treffer des Tages (44.).

Die Vorentscheidung zum 5:2 erzielte zehn Minuten vor dem Ende Pia Maertens. Ein unbedrängter Abschluss mit der argentinischen Rückhand brachte das Tor (50.). Der UHC Hamburg hatte zu diesem Zeitpunkt nichts mehr entgegenzusetzen und muss sich im Volvo E.R.B. Topspiel der Woche am Ende geschlagen geben.

Zum Auftakt der Feld-Rückrunde im nächsten April wird der UHC Hamburg auf Uhlenhorst Mülheim treffen – in der Halle spielt man am 26. November gegen den Hamburger Polo Club. Köln spielt das erste Rückrundenspiel gegen Düsseldorf in der Halle ebenfalls am 26. November gegen den Bonner THC.

berliner hc – bremer hc 3:1 (2:1)

Nach einem furiosen Sieg gegen den Club an der Alster stand für den Berliner HC heute ein weiteres Heimspiel an. Der Gegner aus Bremen stand vor der Partie auf dem fünften Tabellenplatz mit zwei Punkten Rückstand auf Großflottbek.

Berlin übte zu Beginn direkt einmal Druck auf die Gäste aus. Die ganz in rot gekleideten Bremerinnen zeigten sich – wenn auch ersatzgeschwächt – mutig und gingen offensiv früh drauf. Die Zuschauer sahen ein sehr dynamisches Spiel in den Anfangsminuten in dem beiden Teams den Weg nach vorne suchten. Aus einer guten Schussposition kam Marie Frerichs nach acht gespielten Minuten zum Schuss, doch Anna Kilian parierte diesen sowie den Nachschuss sicher (8.). Bremen setzte nach und erspielte sich eine Strafecke: Den flachen Schuss hielt Kilian aber ebenfalls.

Berlin hatte in diesem ersten Abschnitt nun nichts mehr zu melden. Ein Fehlpass von einer Defensivspielerin, die völlig alleine vor dem eigenen Tor, im eigenen Spielaufbau den Ball an Agustina Hasselström verlor, führte zum Gegentor. Diese knallte den Ball direkt unter die Torlatte (12.). Doch Berlin glich vor der Viertelpause sogar noch aus: Luzie Franz bekam den Ball mit dem Rücken zum Tor im Kreis angespielt, drehte sich über die rechte Schulter und schoss den Ball mit einem Rückhandschrubber in das Tor (15.) – der vierte Saisontreffer für die Berlinerin.

Im zweiten Viertel mussten sich die Bremerinnen etwas zurückziehen, Berlin wurde stärker und kam selbst zu besseren Chancen. So scheiterte ein Schuss von Carlotta Pahlke am Außennetz (22.). Der Druck nahm immer mehr zu, die Gäste musste sich auf Konter verlegen, um zu Entlastung zu kommen. Nach mehreren guten Aktionen der Berliner Damen gab es mit einer Strafecke noch einmal die Chance, in Führung zu gehen: Pauline Kröger verwandelte diese flach in die rechte Ecke und brachte ihrem Team doch noch die Führung vor der Pause (29.,KE).

Im dritten Viertel war das Spiel dann etwas ausgeglichener als noch in der ersten Hälfte. Doch Berlin erhöhte in Person von Linnea Weidemann mit der dritten Strafecke im dritten Viertel zum 3:1 für den Berliner HC (36.,KE). Darauf schien den Bremerinnen der Zahn gezogen, Berlin zeigte sich deutlich stärker. Erst gegen Viertelende, beziehungsweise zu Beginn des vierten Abschnitts, warfen die Gäste noch einmal alles hinein und kamen immer wieder über Einzelaktionen nach vorne, die aber nichts einbrachten. Beide Teams hatten noch einige Gelegenheiten, die aber letztendlich allesamt ohne Erfolg blieben. Berlin gewinnt letztendlich zwar verdient, aber durchaus mit Mühe 3:1 gegen den Bremer HC.

Die erste Partie der Hallensaison absolviert der Berliner HC am 26. November gegen den Mariendorfer HC. Am gleichen Tag starten auch die Bremer in die Hallensaison. Sie treffen auf den HTHC. Zur Feld-Rückrunde im April nächsten Jahres empfangen die BHC-Damen den Mannheimer HC, Bremen spielt auch dort gegen den Harvestehuder THC.

uhlenhorst mülheim – großflottbeker thgc 1:1 (0:0)

Zum letzten Spieltag standen sich heute außerdem die Damen aus Mülheim und die Damen des Großflottbeker THGC gegenüber. Die Hamburgerinnen hatten bereits am Dienstag gespielt und dabei ein 1:1 gegen den HTHC geholt. Für Uhlenhorst Mülheim wäre es nach drei punktlosen Spielen ebenfalls wichtig, zum Ende der Hinrunde noch einmal Punkte zu sammeln.

So begannen beide Teams auch mutig und mit viel Aktionsdrang. Beiden war der Wille, offensiv zu guten Situationen zu gelangen, anzumerken, aber beiden fehlten auch noch die Lösungen, die gegnerische Defensive zu überwinden. Großflottbek hatte drei Minuten vor dem Viertelende eine gute Schusschance von der linken Seite, aber der Ball traf eine Mitspielerin. Uhlenhorst Mülheim kam wenige Sekunden vor der Viertelpause ebenfalls noch einmal vor das Tor, doch die Hereingabe von der linken Grundlinie fand keine Abnehmerin.

Im zweiten Viertel bot sich über eine Strafecke die beste Chance für die Gastgeberinnen, doch der Flachschuss war kein Problem für die Torhüterin der Hamburgerinnen (17.). Auf der Gegenseite hatte Jette Fleschütz nach einem tollen Sololauf schon die Torhüterin umkurvt, war dann aber zu weit abgedrängt worden und verpasste es, den Ball noch aufs Tor zu bringen (20.). Bis zur Pause bewegte sich das Spiel hauptsächlich zwischen den beiden Angriffsdritteln hin und her, ohne jedoch aber noch einmal nennenswerte Tormöglichkeiten zu produzieren. So ging es mit dem 0:0 Zwischenstand in die Kabine.

Erst nach Wiederanpfiff wurde dies besser: Zunächst wurde Fleschütz nach einem erneuten Solo gefoult und Großflottbek erhielt eine Strafecke (35.). Diese blieb zwar erfolglos, doch das Spiel nahm nun Fahrt auf, denn die Gäste nutzten diese Druckphase, um in Führung zu gehen. Agostina Alonso brachte einen Ball nach einem Freischlag flach in den Kreis, Belen Iglesias Marcos verlängerte diesen noch entscheidend und erzielte so das 0:1 (38.).

Die Mülheimer Damen versuchten in der Folge, sich den Ausgleich zu erkämpfen und rannten dabei ein ums andere Mal vergeblich gegen die Defensive der Gäste an. Großflottbek stand defensiv stark und stabil. Erst sieben Minuten vor dem Ende gelang es Mülheim zum Abschluss zu kommen: Claire Engel hatte mittig vor dem Tor eine gute Schussposition, doch ihr Rückhandschrubber, der auch noch das Tor verfehlte, war zu wenig um gefährlich zu werden (53.). Kurze Zeit später hatte man mit einer Strafecke eine weitere Gelegenheit, aber die Ablage auf Herausgeberin Maite Sturm ging einen Meter neben das Tor (57.). Eine weitere Ecke hielt Marta Kucharska dann noch gut, doch den Nachschuss verwandelte Maite Sturm zum späten aber verdienten Ausgleich für Mülheim (58.,KE).

Mülheim und Großflottbek trennen sich also 1:1 Unentschieden. In der Rückrunde im April nächsten Jahres trifft Mülheim am als nächstes auf den UHC Hamburg, in der Halle spielt man am 26. November gegen den RTHC Leverkusen. Großflottbek trifft in der Halle auf den Club an der Alster, in der Rückrunde dann auf den Münchner SC.

mannheimer hc – münchner sc 4:1 (0:0)

Das letzte Spiel der Feld-Hinrunde in der Bundesliga der Damen bestritten der Mannheimer HC und der Münchner SC. Diese beiden Mannschaften waren sich bereits im Viertelfinale der vergangenen Saison gegenübergestanden. München hatte einen Sieg im Penaltyshootout errungen, Mannheim die anderen beiden Partien aber klar gewonnen.

Am heutigen Samstag war das erste Viertel ausgeglichen, wobei Mannheim etwas mehr vom Spiel hatte. Der MHC kam im Gegensatz zu den Gästen in den Schusskreis, war aber ebenfalls nicht in der Lage, wirklich gefährlich zu werden. Fünf Minuten vor Viertelende parierte Selina Müller grandios gegen Aina Lilly Kresken, die am langen Pfosten eigentlich nur einschieben musste. München war nun wach, schaffte es wenig später mit dem ersten Kreiseintritt auch zu einer Strafecke, die aber ungenutzt blieb (13.). Und auch die MHC-Damen hatten eine solche Chance: Die Top-Torjägerin der Liga, Stine Kurz, setzte den Ball aber neben das Tor. Kurz stand vor der Partie bei zehn Treffern in der aktuellen Saison.  

Auch im zweiten Abschnitt waren die Gastgeberinnen stärker als München. Die zweite Ecke der Partie für Mannheim blieb aber wieder ungenutzt, die MSC-Herausläuferin war zur Stelle (23.). Trotz wenig offensiver Aktionen blieb München defensiv standhaft und hielt das Tor bis zur Pause sauber. Aus einer sehr unübersichtlichen Situation heraus erzielten die Mannheimerinnen nach gut fünf Minuten in der zweiten Halbzeit den Führungstreffer. Mannheim war über einen langen Schlenzball nach vorne gekommen, Charlotte Hendrix hatte sich dann in den Kreis gedribbelt und auf Charlotte Gerstenhöfer abgelegt (35.).

Wenig später erhöhte Aina Lilly Kresken dann gleich noch auf 2:0. Kresken hatte in einer Position knapp zehn Meter mittig vor dem Tor den Ball bekommen und mit der argentinischen Rückhand abgezogen. Der Ball schlug knallhart neben dem Pfosten ein – unhaltbar für Selina Müller im Tor, der die Sicht versperrt war (36.). Einen schönen Schuss von Charlotte Gerstenhöfer hielt sie darauf dann aber bravourös.

Wenige Sekunden vor dem Ende des Viertels war es wieder soweit: Die MHC-Damen erhöhten auf 3:0. Lucina von der Heyde brachte den Ball aus halblinker Position vor das Tor, wo Hendrix den Schläger reinhielt und verlängerte (45.). Nach diesem Treffer kam von München nichts mehr – es spielten nur noch die MHC-Damen. Der Münchner SC hatte Probleme, sich offensiv zu befreien und defensiv Glück, dass Mannheim ihre Chancen nicht gut ausspielte. Erst in der 56. Minute traf Lucina von der Heyde noch einmal. Ein flacher Schlenzer nach einer Strafecke brachte das 4:0 (56.,KE). Und auch München kam noch zu einem Treffer: Nach einer Ecke war der Ball zu lange frei vor dem Tor gelegen, sodass Mareike Konsek abstauben und die Kugel ins Netz schlenzen konnte (57.,KE).

Die MHC-Damen werden in der Feld-Rückrunde als nächstes auf den Berliner HC treffen, in der Halle spielt man am 26. November gegen den Nürnberger HTC. An diesem Tag hat auch der MSC sein erstes Spiel gegen den Feudenheimer HC. Auf dem Feld geht es für München im nächsten Jahr gegen Großflottbek.

"Wie so oft [...] absolut verdient, auch wenn hier und da, in der ersten Halbzeit vor allem, ein paar Prozentpunkte gefehlt haben."
Nicklas Benecke, Trainer Mannheimer HC

Foto: Stephan Fehrmann (SportsGallery)

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