Viertelfinale Damen: Corona bei Zehlendorf, Düsseldorf kampflos weiter

Eigentlich sollten es vier Viertelfinalspiele sein. Doch Stand Donnerstagvormittag wird es am Wochenende nur drei K.o.-Partien bei den Damen geben. Das Duell zwischen Düsseldorfer HC und Zehlendorfer Wespen fällt aus, weil es bei den Berlinerinnen einen Coronaausbruch gab. Der DHC (Foto) zieht nun kampflos ins Volvo E.R.B. Final4 2022 ein.

Club an der Alster – TSV Mannheim

(Samstag, 22. 1.; 13.00 Uhr)

Der amtierende Hallenmeister aus dem Jahr 2020 ist ohne Niederlage durch die Ligaphase gekommen, holte in der Gruppe Nord 28 von 30 Punkten, wenngleich Alster das mit dem Gruppensieg verbundene Heimrecht erst im letzten Spiel gegen den hartnäckigen Rivalen HTHC sichern konnte. Alster-Cheftrainer Jens George beschreibt seine Mannschaft als „gute Mischung von jungen und erfahrenen Spielerinnen“. Für seinen Mannheimer Kollegen Carsten-Felix Müller ist das eine ziemliche Untertreibung. „Für mich ist Alster fast schon ein All-Star-Team in allen Bereichen“, so Müller, doch genau „darin liegt der Reiz“. Die Mannheimerinnen, als Süd-Zweiter mit nur einer Saisonniederlage gegen Gruppensieger MHC fürs Viertelfinale qualifiziert, nehmen die Außenseiterrolle gerne an. „Wir sind mental wahnsinnig gut drauf und haben einen sehr guten Mix aus Erfahrung und jugendlicher Frische. Zudem sind wir bei den Standards offensiv und defensiv sehr erfolgreich“, beschreibt Müller die eigenen Stärken, George schätzt am Gegner dessen große Defensiv- und Zweikampfstärke. Fast noch mehr fürchtet der Alster-Coach allerdings einen anderen „Gegner“: „Der unberechenbarste Faktor ist Corona, und der kann Viertelfinale und Endrunde entscheidend beeinflussen.“

"Für mich ist Alster fast schon ein All-Star-Team in allen Bereichen, und darin liegt der Reiz!"
Carsten-Felix Müller, TSV Mannheim

Berliner HC – Rot-Weiss Köln

(Samstag, 22. 1., 12.00 Uhr)

Mit Pauline Kröger (BHC; 27 Tore) und Pia Maertens (RWK; 22) treffen in diesem Spiel die beiden erfolgreichsten Bundesliga-Schützinnen der aktuellen Saison aufeinander. Wer von beiden kann seinen Lauf fortsetzen? Das wird eine der spannenden Fragen dieses Viertelfinales, bei dem es keinen echten Favoriten gibt. Gegen die Berlinerinnen, die mit nur einem Unentschieden und mit dem besten Torverhältnis (114:17) aller 24 Hallen-Erstligisten die Ost-Gruppe dominierten, spricht ihre magere Bilanz in dieser K.o.-Runde: Von den letzten sieben Hallen-Viertelfinals in eigener Halle verlor der BHC sechs, zuletzt 2016 konnten die Hauptstädterinnen ihr Heimrecht nutzen. „Wir spielen mehr erwachsen und ruhiger. Dazu haben wir mehr Qualität durch neue Spielerinnen und die Entwicklung von Spielerinnen, die vor zwei Jahren auch dabei waren“, setzt BHC-Coach Stan Huijsmans Hoffnung in diese Punkte. Kölns Cheftrainer Markus Lonnes sieht im BHC eine „gute, junge Truppe“, vertraut aber auch gleichzeitig darauf, dass „unser Hockey“ am Ende das erfolgreichere sein wird. Rot-Weiss ist erstmals seit 2017 wieder im Viertelfinale dabei, hat in der Gruppe West außer den beiden Niederlagen gegen Düsseldorf sonst alle anderen acht Partien gewonnen. „RWK hat Qualität und spielt clever. Spielerinnen als Pia Maertens und Lea Stöckel sind schlau und wissen genau, wann sie entweder das Spiel beschleunigen oder entschleunigen müssen“, sagt Stan Huijsmans über den Gegner. Für den Niederländer in BHC-Diensten steht fest: „Gewinnen wird die Mannschaft, die 60 Minuten klar in Kopf ist und wach bei den Schlüsselmomenten.“

„Gewinnen wird die Mannschaft, die 60 Minuten klar in Kopf ist und wach bei den Schlüsselmomenten.“
Stan Huijsmans, Berliner HC

Mannheimer HC – Harvestehuder THC 

(Sonntag, 23. 1., 14.30 Uhr)

Beide Mannschaften holten in ihren zehn Ligaspielen 25 Punkte. Während dies für den MHC hauchdünn zum Gewinn der Süd-Gruppe reichte, bescherte es dem HTHC „nur“ den zweiten Platz im Norden. Aber dies muss für die Hamburgerinnen kein Nachteil sein. Seit 2015 war der HTHC immer als „Nord 2“ im Viertelfinale vertreten und hat auswärts vier von sechs Duellen gewonnen, darunter waren auch zwei Siege beim Mannheimer HC, 2015 mit 3:2 und 2018 mit 7:2. „HTHC besticht schon seit Jahren durch eine eingespielte Hallenmannschaft. Das haben sie auch diese Saison wieder eindrucksvoll gezeigt. Außerdem haben sie eine starke Ecke und zudem mit Rosa Krüger eine der besten Torhüterinnen Deutschlands“, zollt MHC-Trainer Nicklas Benecke dem Gegner großen Respekt. Anerkennende Worte hat auch HTHC-Coach Paul Pongs für die andere Seite parat: „Der MHC hat ein gutes mannschaftliches Konstrukt, gepaart mit individueller Klasse, welches anspruchsvoll sein wird zu bespielen. Und mit der ehemaligen HTHC-Spielerin Karlotta Lammers natürlich eine ausgezeichnete Torhüterin zwischen den Pfosten.“  Pongs rechnet damit, dass „die Beständigkeit, das eigene Leistungsniveau über 60 Minuten aufrechtzuerhalten, ausschlaggebend sein wird“. Benecke schiebt die Favoritenrolle trotz des Heimrechts den Gästen zu, da diese „eingespielter, erfahrener“ seien. Harvestehude kommt jedenfalls mit viel Selbstvertrauen: „In der Saison ging die Entwicklung pro Spiel und Woche in die richtige Richtung“, so Pongs.

„In der Hoffnung, dass beide Teams mit ihren stärksten Kadern antreten können, wird die Beständigkeit, das eigene Leistungsniveau über 60 Minuten aufrechtzuerhalten, ausschlaggebend sein.“
Paul Pongs, Harvestehuder THC

Düsseldorfer HC – Zehlendorfer Wespen

(Samstag, 22. 1., 13.00 Uhr - abgesagt)

Am Donnerstagmorgen kam die Nachricht, dass das Spiel zwischen dem West-Ersten Düsseldorf und dem Ost-Zweiten Zehlendorf ausfallen wird, da es bei den Wespen einen Coronaausbruch mit mehreren Infektionsfällen gegeben hatte. Gemäß den Statuten für diese Hallensaison wird die Partie nicht nachgeholt, sondern mit 5:0 Toren kampflos für den DHC gewertet. Düsseldorf ist damit der erste Qualifikant für die DM-Endrunde in der eigenen Stadt. „Erfolgreich ist ja momentan schon, wenn das Spiel tatsächlich unter guten Wettkampfbedingungen stattfinden kann. Sollte das passieren, brauchen wir gegen Düsseldorf einen Sahnetag und auch ein bisschen Spielglück“, hatte Wespen-Coach Felix Fischer noch Tage zuvor gesagt. Ob die Berlinerinnen, neben dem TSV Mannheim der einzige Feld-Zweitligist unter den diesjährigen Hallen-Viertelfinalisten der Damen, eine wirkliche Chance gehabt hätten gegen das einzige Team, das die Ligaphase mit makellosen zehn Siegen und nur 14 Gegentoren (Ligabestwert) beendete, wird sich nun nicht mehr sportlich beantworten lassen.

„Erfolgreich ist ja momentan schon, wenn das Spiel tatsächlich unter guten Wettkampfbedingungen stattfinden kann.“
Felix Fischer, Zehlendorfer Wespen, vor der Spielabsage

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / Hans Kramhöller

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