Viertelfinale Herren: Nur Meister Köln klarer Favorit

24, 8, 4, 2, 1 – so heißt die magische Formel zur Ermittlung des Deutschen Hallenhockeymeisters. Von den 24 Teams der 1. Bundesliga Herren haben sich acht in die nächste Stufe gespielt. Im Viertelfinale können sich nun vier ihr Ticket für die DM-Endrunde erkämpfen. Nur Titelverteidiger Köln (Foto) gilt als klarer Favorit.

Club an der Alster – Mannheimer HC

(Samstag, 22. 1.; 15.30 Uhr)

Zu echten Hallenspezialisten haben sich die Hamburger entwickelt. In den letzten vier Hallenrunde gehörten die Alsteraner immer zur Besetzung der DM-Endrunde, sie standen in zwei Endspielen, wurden Meister 2019 und sind zudem der noch amtierende Europacupsieger (2020). Auch in der laufenden Runde ging der Club an der Alster trotz einer Hinrundenniederlage gegen den HTHC wieder als Erster in der stark besetzten Nord-Gruppe hervor – wie in den drei Hallensaisons zuvor. Ihr Heimrecht haben die Hanseaten stets erfolgreich genutzt. Das bekam auch der aktuelle Gegner vor vier Jahren zu spüren. 2018 verlor der Mannheimer HC das Viertelfinale in Hamburg mit 4:6. Der MHC musste sich in der laufenden Saison nur zweimal dem Lokalrivalen TSV beugen. Mit dem Erreichen des Viertelfinals als Süd-Zweiter habe man das „Grundziel“ erreicht, teilte MHC-Coach Andreu Enrich mit. Man habe sich nun ausgiebig mit der Vorbereitung des Viertelfinals beschäftigt. „Jetzt sind wir bereit“, sagt der Spanier, wenngleich er die Favoritenrolle bei Hamburg sieht. „Der Großteil der Mannschaft spielt seit Jahren zusammen, man erkennt dieses fast blinde Verständnis, wenn man sie spielen sieht. Das Team ist gut organisiert und agiert intelligent“, hebt Enrich die Qualitäten bei Alster hervor. Dagegen will er möglichst große Kontrolle des Spielgeschehens setzen. „Wenn Alster in der Lage ist, das Momentum durchzusetzen und wir unsere taktischen Lösungen nicht mehr gut anwenden, werden wir scheitern“, ist sich der Spanier sicher.

"Wenn Alster in der Lage ist, das Momentum durchzusetzen und wir unsere taktischen Lösungen nicht mehr gut anwenden, werden wir scheitern."
Andreu Enrich, Mannheimer HC

Berliner HC – HTC Uhlenhorst Mülheim

(Samstag, 22 1.; 14.30 Uhr)

Auf der einen Seite zehn Siege und 125:29 Tore, auf der anderen Seite eine Qualifikation, die zwischendurch nochmal mächtig wackelte – ganz unterschiedlich sind Berliner HC und HTC Uhlenhorst Mülheim ins Viertelfinale eingezogen. Doch allzu viel sollte das für das Duell am Samstag nicht aussagen. Der Ostmeister ist in der Gruppenphase lange nicht so gefordert worden wie der West-Zweite mit starker Konkurrenz. Uhlenhorst-Trainer Thilo Stralkowski sieht nach „völlig durchwachsener Gruppenphase“ allerdings einen großen Hoffnungsschimmer im mit 12:11 gewonnenen Rückrundenspiel gegen Meister Köln. „Dort hat man erstmalig in der Hallensaison gesehen, wozu wir als Team im Stande sind.“ Es brachte auch das Selbstvertrauen zurück, „immer in der Lage zu sein, jeden Gegner zu schlagen“. Stralkowski lobt den Gegner als „sehr starke Hallenmannschaft“ mit „super Kollektiv“, sagt aber zugleich: „Klar ist aber auch: Wir sind das erste Topteam, auf das sie in dieser Hallensaison treffen werden.“ BHC-Trainer Rein van Eijk ist nicht bange davor, sein Team mit den Großen zu messen: „Mit der Endspielteilnahme 2020 haben wir Blut geleckt.“ Auf dem Weg ins Finale schlugen die Berliner eben diese Mülheimer im Halbfinale (8:4). „Nicht umsonst haben wir dieses Halbfinale gewonnen. Wir müssen uns nicht verstecken.“ Van Eijk setzt auch auf die Breite seines Kaders: „Wir müssen mutig spielen und weiterhin durchrotieren, um diese Breite zu nutzen.“ Ebenso wichtig werde es, die Mülheimer Konter zu unterbinden „Es wird darauf ankommen, dass wir kontrollieren, wie das Spiel läuft. Ein wilder Verlauf spielt eher Mülheim in die Karten.“ Stralkowski legt andere Prioritäten an: „Der größte Faktor für uns ist eine starke Defensivleistung. Wir müssen unbedingt die Anzahl der Gegentore möglichst gering halten, denn genug Power in der Offensive haben wir sogar an einem mittelmäßigen Tag.“

"Der BHC ist seit Jahren eine sehr starke Hallenmannschaft. Klar ist aber auch: Wir sind das erste Topteam, auf das sie in dieser Hallensaison treffen werden."
Thilo Stralkowski, Uhlenhorst Mülheim

TSV Mannheim – Harvestehuder THC

(Sonntag, 23. 1.; 12.00 Uhr)

Das letzte Hallenduell dieser beiden Teams liegt ziemlich lange zurück: 2015 besiegte der HTHC in Hamburg den TSV Mannheim im Viertelfinale mit 8:3. Ein so klares Resultat erwartet diesmal niemand, die Kräfteverhältnisse scheinen sich deutlich angeglichen zu haben. Vor allem die Süddeutschen haben sich in der Halle zu einer absoluten Spitzenmannschaft etabliert, wie auch der Finaleinzug 2019 (4:6 gegen Alster) unterstreicht. In der laufenden Saison war der TSV neben dem Berliner HC das einzige Bundesligateam mit maximaler Punktausbeute. „Wir sind mittlerweile eine richtig erfahrene und abgezockte Hallenmannschaft, die sich vor keinem Team verstecken muss“, sagt TSV-Trainer Alexander Vörg mit gesundem Selbstbewusstsein. Allerdings besitze auch der HTHC, der in der Nord-Gruppe nur eine einzige Niederlage im entscheidenden letzten Spiel um Platz eins gegen Alster bezog, „Hallen-Erfahrung und Qualität pur“, so Vörg, der die Chancen aufs Weiterkommen auf „absolut 50:50“ einschätzt. Entscheiden werden „sehr wahrscheinlich die Standards, wie immer. Und welches Team das Tempo des Spiels klüger kontrolliert.“ Und nicht nur Alex Vörg ist gespannt, wie das Duell der seiner Meinung nach „zwei besten Goalies in Hockey-Deutschland“, Alex Stadler (TSV) gegen Anton Brinckman (HTHC), ausgehen wird.

"Wir freuen uns wahnsinnig auf den Schlagabtausch mit diesem geilen Gegner.“
Alex Vörg, TSV Mannheim

Rot-Weiß Köln – Zehlendorfer Wespen

(Samstag, 22.1.; 16.00 Uhr)

Ohne die Leistung und das Leistungsvermögen der Zehlendorfer Wespen schmälern zu wollen, darf man behaupten, dass bei keinem der vier Viertelfinalspiele der Herren die Favoritenrolle so klar verteilt ist wie in dieser Begegnung. West-Gruppensieger Rot-Weiss Köln ist haushoher Favorit gegen den Ost-Zweiten. Obwohl der amtierende Deutsche Meister die Ligaphase nicht ganz ungeschoren überstand, weil er sich gegen Mülheim nach verkorkster erster Halbzeit (4:9) eine 11:12-Niederlage leistete, gibt es kaum etwas Besseres im Lande. „Rot-Weiss-Köln besticht durch einen breiten und sehr gut besetzten Kader. Spieltempo und Umschaltspiel sind schnell und herausfordernd zu verteidigen“, beschreibt Wespen-Trainer Leon Arnold den Gegner. „Können wir das hohe Tempo mitgehen und zeitweise auch kontrollieren?“, ist dies für den Berliner Trainer eine der zentralen Fragen. Begegnen will Arnold der Kölner Übermacht mit einem „geschlossenen Mannschaftsauftritt, viel Spaß und Lockerheit“, die seine „gute Mischung aus erfahrenen und jungen wilden Spielern“ auf die Platte legen soll. Zu verlieren haben die Wespen beim Nationalspieler-Ensemble der Rot-Weissen auf alle Fälle nichts. 

„Spieltempo und Umschaltspiel sind schnell und herausfordernd zu verteidigen.“
Leon Arnold, Zehlendorfer Wespen

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / S. Fehrmann

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