UHC schlägt Köln spektakulär, 11-Tore-Spektakel zwischen TSVMH und BHC

Der UHC Hamburg hat Rot-Weiss Köln als erstes Team in dieser Saison Punkte abgenommen. Im Heimspiel gegen den Meister drehte der UHC einen 0:3-Rückstand noch in einen Sieg. In Mannheim behielt der Berliner HC gegen den TSV Mannheim Hockey nach kuriosem Spielverlauf die Oberhand. Mülheim und Alster gewannen ihre Spiele knapp. Die Spielberichte:

UHC Hamburg - Rot-Weiss Köln 4:3 (1:3)

Der Fünfte der Staffel A empfing den Tabellenführer. Rot-Weiss Köln stand vor der Partie bei einer perfekten Bilanz von fünf Siegen aus fünf Spielen und wollte die Serie auch beim UHC nicht reißen lassen.

Vergangene Saison hatte der UHC Hamburg zu Hause denkbar knapp mit 3:4 (1:3) verloren. Drei Spieler hatten 2021 doppelt getroffen: Mink van der Weerden und Christopher Rühr auf Seiten der Kölner und Hannes Müller für den UHC. Einer der drei genannten eröffnete auch den Torreigen in Hamburg: Die Kölner bekamen einen 7-Meter nach nicht einmal 180 Sekunden zugesprochen und Christopher Rühr nutzte die Möglichkeit und markierte das frühe 0:1 (3.,7-m.). Der UHC versuchte in der Folge in die Partie zu finden, kassierte dann aber kurz vor Ende des ersten Viertels das 0:2 durch Elian Mazkour (13.). Die Kölner blieben die bessere Mannschaft und stellten zu Beginn des zweiten Viertels erneut durch Elian Mazkour sogar auf 0:3 (19.). Kurz vor der Halbzeit schenkte Henri Schmid den Gastgebern mit seinem Tor zum 1:3-Halbzeitstand wieder etwas Hoffnung (30.).

Vor einem Jahr hatte der UHC zur Halbzeit ebenfalls 1:3 hinten gelegen und anschließend eine Aufholjagd gestartet. Auch heute kam der UHC Hamburg im zweiten Durchgang klar verbessert aus der Kabine und stellte durch Koji Yamasaki blitzschnell auf 2:3 (31.). Die gute Ausgangslage, die sich die Kölner bis kurz vor Ende der ersten Halbzeit herausgespielt hatten, war dahin und der UHC drängte auf den Ausgleich. Es war ein offenes und spannendes Spiel im zweiten Durchgang und hielt eine spektakuläre Schlussphase parat: Zunächst besorgte Sommerneuzugang Florian Sperling den umjubelten 3:3 Ausgleich kurz vor Schluss (58.), ehe Michel Strutthoff das wahnwitzige Comeback des UHC perfekt machte und in der Schlussminute zum 4:3 traf (60.).

Der UHC Hamburg ist am kommenden Samstag bei Uhlenhorst Mülheim gefordert (14:30 Uhr), während Rot-Weiss Köln zwei Stunden später beim Crefelder HTC gefordert sein wird (16:30 Uhr).

Münchner SC - Club an der Alster 2:3 (0:2)

Der stark gestartete Aufsteiger aus der bayrischen Landeshauptstadt belegte vor der Partie Platz vier in der Staffel B und hatte die Möglichkeit mit einem Sieg punktetechnisch mit den Gästen aus Hamburg gleichzuziehen.

Der Münchner SC startete offensiv in die Auseinandersetzung mit dem Club an der Alster und bekam nach 23 Sekunden die erste Strafecke der Partie zugesprochen, scheiterte allerdings am stark reagierenden Thomas Ian Alexander im Tor des Clubs an der Alster (1.). Es entwickelte sich in der Folge eines schnelles und attraktives Spiel in dem beide Mannschaften den Weg nach vorne einschlugen. Der Club an der Alster versuchte vor allem mit schnellen Gegenangriffen gefährlich zu werden und kam so zur frühen Führung: Nach einem starken öffnenden Pass hatte Tom Stroink viel Platz auf der rechten Seite und fand mit seiner Hereingabe in der Mitte Niklas Bruns, der im Fallen flach ins linke Eck traf (7.). Die Münchner brauchten ein wenig um den Rückstand zu verdauen, kamen dann aber am Ende des ersten Viertels zu einigen Kreiseintritten.  

Das zweite Viertel begann mit einer großen Möglichkeit für den Münchner SC: Benedikt Geyer war auf der linken Seite auf und davon, drehte sich geschickt um den herausgeeilten Alexander, verpasste aber den Moment des Abschlusses, so dass am Ende die zurückgeeilten Alster-Verteidiger die brenzlige Situation entschärfen konnten (19.). Der Club an der Alster versuchte das Spiel zu kontrollieren und lies den MSC kaum kontrolliert aufbauen. Die Münchner gerieten durch eine Grüne Karte in Unterzahl und kurz vor Ablauf der Unterzahl erhöhten die Hamburger kurios: Ein feiner Doppelpass zwischen Dieter Linnekogel und Niklas Bruns spielte Linnekogel halblinks im Kreis frei. Den folgenden Querpass kickte Quirin Nahr mit dem linken Fuß aus sieben Metern an seinem herausstürmenden Torhüter Benjamin Kurney vorbei über die Linie zum 0:2 für Alster (25.). Der MSC wäre anschließend beinahe zum Anschluss gekommen, doch Alexander parierte den Abschluss aus halbrechter Position von Kilian Sollermann stark (27.). Im Gegenzug hatte der Club an der Alster sogar die Chance noch vor der Pause auf 0:3 zu stellen, doch Bruns scheiterte im eins gegen eins am starken Kurney (27.). Es blieb beim verdienten 0:2 zur Pause.

Der Münchner SC kam verbessert aus der Kabine und belohnte sich postwendend: Die erste Strafecke des zweiten Durchgangs knallte Nikas Berendts flach und hart durch die Beine von Alexander zum 1:2-Anschluss ins Tor (32.,KE). Es entwickelte sich ein offenes Spiel, in dem der Münchner SC versuchte Alster im eigenen Viertel einzuschnüren, während Alster immer wieder über Konter gefährlich wurde. Der MSC kam durch den starken Druck zu einer weiteren Strafecke. Wie schon beim 1:1-Ausgleich trat Berendts an und traf mit einem harten Schlenzer, den Struan Robert Walker nur unter die Latte abfälschen konnte, zum 2:2-Ausgleich (39.,KE).

Im Schlussviertel brauchte der Club an der Alster keine drei Minuten um wieder in Führung zu gehen: Nach einer Hereingabe von der rechten Seite war die Abwehr des MSC etwas ungeordnet und das bestrafte Walker mit einem präzisen Abschluss von halblinks ins lange Eck zum 2:3 (48.). Die Münchner waren um eine schnelle Antwort bemüht, doch Alster verteidigte die eigene Führung besser, als noch im dritten Viertel. Drei Minuten und dreizehn Sekunden vor Ende der Partie nahm der MSC Torhüter Benjamin Kurney zu Gunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Feld. Eine gefährliche Aktion konnten die Gastgeber aber auch mit einem zusätzlichen Feldspieler bis zum Abpfiff nicht mehr verbuchen.

Der Münchner SC ist am kommenden Samstag in der Hauptstadt beim Berliner HC zu Gast (12:00 Uhr), während der Club an der Alster ebenfalls am kommenden Samstag den Hamburger Polo Club zu Gast hat (14:00 Uhr)

"Wir haben es nicht geschafft, von Anfang an ein Energielevel auf den Platz zu bringen, was uns befähigt, Spiele zu gewinnen. Umso stärker finde ich es, das mit 0:2 in die Halbzeit gehen und dann zeigen meine Jungs eine krasse und sehr sehr starke Charakterleistung in der zweiten Halbzeit und kommen absolut verdient zum 2:2-Ausgleich, und dann ist es vielleicht dieses Quäntchen mehr Spielerfahrung, dieses Quäntchen mehr Energie, das Alster dann hier rein bringt."
Patrick Fritsche - Trainer Münchner SC Herren

TSV Mannheim Hockey - Berliner HC 5:6 (0:3)

Der TSV Mannheim Hockey versuchte zu Beginn mit langen Schlenzern gefährlich zu werden, während der Berliner HC sich früh eine regelrechte Serie an Strafecken erspielen konnte. Nach einer weiteren Wiederholungsecke traf Kapitän Paul Dösch mit einem flachen und präzisen Abschluss zum frühen 0:1 (4.,KE). Und die Gäste blieben dran. Nach einer weiteren Ecke entschieden die Unparteiischen auf Siebenmeter für den BHC. Paul Dösch trat an und schickte Emiliano Bosso in die linke Ecke und traf selbst souverän halbhoch rechts zum 0:2 (5.,7-m.). Der frühe Doppelschlag des Berliner HC zeigte bei den Gastgebern Wirkung, die Probleme hatten sich selbst gefährliche Abschlusssituationen zu erarbeiten. Der Berliner HC zog sich zurück und überließ dem TSV Mannheim Hockey den Ball, der damit jedoch bis zum Ende des ersten Viertels relativ wenig anzufangen wusste.

Im zweiten Viertel griff der Berliner HC wieder deutlich früher an und übernahm sukzessive die Spielkontrolle. Es dauerte bis zur 21. Minute ehe eine Mannschaft wieder jubeln durfte und wieder waren es die Gäste aus der Hauptstadt: Nach einem Freischlag von Martin Zwicker auf Höhe der gegnerischen Viertellinie kam der Ball links im Kreis zu Liam Holdermann der das 0:3 besorgte (22.).

Eine Halbzeit zum Vergessen für den TSV Mannheim Hockey der zu Beginn der zweiten Halbzeit aber ganz anders auftrat: Ein Fehler des BHC brachte Nils Grünenwald in Position, der den Ball überlegt in die Mitte zu Nicolas Proske brachte und Proske traf eiskalt mit der Argentinischen Rückhand vom Kreisrand zum 1:3 ins linke Eck (32.). Die Gastgeber waren griffiger als noch im ersten Durchgang, gewannen Zweikämpfe und wirkten insgesamt agiler. Aber der Berliner HC behielt die Ruhe und stellte durch Luis Gill den alten Abstand wieder her (36.). Doch die Mannheimer blieben dran und verkürzten abermals: Die erste Strafecke der Partie des TSVMH brachte Leandro Tollini aufs Tor und hatte Glück, dass ein Berliner den Ball unhaltbar zum 2:4 abfälschte (38.,KE). Der TSVMH blieb in der Folge dran und aus dem Gewühl heraus stellte Philipp Wossidlo den 3:4-Anschluss her (41.). Der Berliner HC begann zu wackeln, rettete aber die Führung in die letzte Viertelpause. Kurz vor der Viertelpause hatte Adrian Lehmann-Richter nach einem Foul im Mittelfeld die Gelbe Karte gesehen und agierte somit zehn Minuten im Schlussviertel in Unterzahl.

Und die Mannheimer brauchten keine Minute um die Überzahl zu nutzen: Ein Ball von Nick Striebel fand in der Mitte Nicolas Proske der von halbrechts zum 4:4 ins linke Toreck traf (46.). Der BHC verlor in Unterzahl nun völlig die Zuordnung und lag 30 Sekunden später erstmals in dieser Partie in Rückstand: Einen langen Schlag fälschte Philipp Wossidlo unhaltbar zum 5:4 ab (47.). Der Berliner HC brauchte ein wenig, um sich von dem Rückstand zu erholen, fand dann aber die passende Antwort: Liam Holdermann zog von links in den Kreis und traf mit einem harten Schlag vom Kreisrand zum 5:5 (52.). Es war ein hektisches Schlussviertel mit Zeitstrafen und Torchancen auf beiden Seiten. Alles schien auf ein Unentschieden in dieser spektakulären Auseinandersetzung hinauszulaufen, doch dann gab es kurz vor dem Ende nochmals Strafecke für den Berliner HC und die nutzte der BHC im Nachschuss durch Matteo Poljaric zum 5:6 Siegtreffer (59.,KE).

Der TSV Mannheim Hockey empfängt bereits am kommenden Freitag den Mannheimer HC zum Stadtderby (20:00 Uhr), während der Berliner HC bereits morgen beim Mannheimer HC antritt (14:00 Uhr)

Uhlenhorst Mülheim - Düsseldorfer HC 3:2 (1:0)

In der vergangenen Saison hatte Uhlenhorst Mülheim beide Spiele gegen den Düsseldorfer HC klar für sich entscheiden können. Das Hinspiel in Düsseldorf gewannen die Mülheimer mit 10:0, im Rückspiel gab es einen 6:2 Heimsieg. Als einziges Team in dieser Saison warten die Herren des Düsseldorfer HC bislang noch auf den ersten Punktgewinn.

Der Düsseldorfer HC versuchte von Beginn an physisch dagegen zu halten, übertrieb es dabei jedoch zu Beginn ein wenig, weswegen Magnus Esser nach einem harten Einsteigen früh die Gelbe Karte sah (5.). Die Mülheimer kontrollierten in Überzahl Ball und Gegner, klare Torchancen erspielten sich die Gastgeber dabei allerdings kaum. Einen vermeintlich harmlosen Ball von außerhalb des Kreises lies der DHC-Keeper nur abprallen, wodurch Alec von Schwerin aus spitzem Winkel links zum Schuss kam und mit seinem Schlag ins lange Eck auf 1:0 stellte (11.).

Im zweiten Viertel spielten die Düsseldorfer etwas mutiger nach vorne und verzeichneten einen ersten gefährlichen Abschluss bei dem Küppers im Mülheimer Tor mit einem starken Reflex den Ausgleich verhinderte (21.). Bis zur Pause passierte nicht mehr allzu viel.

Uhlenhorst Mülheim kam wieder offensiver aus der Kabine und belohnte sich kurz nach Wiederanpfiff mit dem 2:0 nach einer verwandelten Strafecke durch Oliver MacIntyre, dessen Schuss nicht mehr vom Mann auf der Linie abgewehrt werden konnte (33.,KE). Mülheim kontrollierte das Spielgeschehen im dritten Viertel nach dem 2:0 quasi nach Belieben. Torchancen für den Düsseldorfer HC gab es in dieser Phase nicht. Nach 40 Minuten setzte Malte Hellwig zu einem spektakulären Solo an, lies 5 Gegenspieler stehen, doch sein Abschluss mit der Argentinischen Rückhand konnte gerade noch verteidigt werden. Der Düsseldorfer HC kämpfte weiter und versuchte gegen Ende des dritten Viertels das Spiel mehr und mehr an sich zu reißen. 19 Sekunden vor dem Ende kam der DHC dann im Nachgang an eine Ecke zum 2:1-Anschlusstreffer durch Bastian Waffenschmidt der aus kürzester Distanz abstaubte (45.,KE).

Es wurde noch einmal spannend in Mülheim und nach knapp einer Minute im Schlussviertel gab es erneut Strafecke für den Düsseldorfer HC. Fabio Schütze trat an und hämmerte den Ball perfekt in den linken Winkel zum 2:2-Ausgleich (47.,KE). Der DHC war auf dem Weg zum langersehnten ersten Punktgewinn in dieser Saison und geriet dann doch wieder in Rückstand: Eine Strafecke von Oliver MacIntyre rutschte komplett ab, aber Henrik Mertgens spritzte dazwischen und bugsierte den Ball mit der Schlägerspitze ins rechte untere Eck zur erneuten Mülheimer Führung (49.,KE). Die Düsseldorfer versuchten in der Folge noch einmal alles und nahmen knapp zwei Minuten vor dem Ende den Torhüter zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Platz. Eine weitere Gelegenheit konnten sich die DHC-Herren allerdings nicht mehr erspielen und so blieb es am Ende beim knappen 3:2 für Uhlenhorst Mülheim.

Uhlenhorst Mülheim empfängt am nächsten Samstag den UHC Hamburg (14:30 Uhr), während der Düsseldorfer HC den Harvestehuder THC empfängt (16:30 Uhr).

Foto: Sabine Müller (SportsGallery)

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