Torfestival in München und Bremen - Köln und Harvestehude gehen als Sieger hervor

Die Damen des Harvestehuder THC beweisen erneut Comeback-Qualitäten und bezwingen den Bremer HC. Köln gewinnt ein Spektakel in München, Mülheim schlägt den TSV Mannheim Hockey. Der Club an der Alster ist im Hamburger Derby siegreich, außerdem trennen sich Berlin und Großflottbek mit einem Remis. Die Spielberichte:

tsv mannheim hockey - uhlenhorst mülheim 2:3 (0:2)

Nach Niederlagen gegen den UHC Hamburg und den Club an der Alster konnte der TSV Mannheim Hockey gestern den ersten Punkt verbuchen. Mülheim hatte in den ersten beiden Partien deutliche Niederlagen hinnehmen müssen und war seinerseits nun gewillt, endlich die ersten Zähler in dieser Saison zu holen.

Die ersten Minuten der Begegnung waren unruhig und zerfahren, beide Mannschaften begannen zwar engagiert, verloren immer den Ball bevor es gefährlich werden konnte. Auch die Gegenkonter die aus solchen Situationen resultierten, blieben ohne Erfolg, der erste Torschuss der Mannheimerinnen konnte abgewehrt werden (8.). Auch eine Chance von Sarah Kardorf, die die Torhüterin schon umkurvt hatte und dann aber den Ball nicht im Tor unterbrachte (10.), blieb ungenutzt.

Die Führung für Mülheim gelang dann nach einer Strafecke. Maite Sturm brachte trotz verstoppter Herausgabe noch den Ball nach einem kurzen Solo vor das Tor, wo Maike Scheuer den Ball in das Tor blockte (13., KE). Und auch nach der zweiten Ecke kurz mit dem Abpfiff des ersten Viertels durften die Gäste jubeln. Ein flacher Torschuss wurde von Elena Clococeanu per Stecher verlängert – die 0:2 Führung für Mülheim (15., KE), die so auch bis in die Halbzeitpause Bestand hatte. In einer umkämpften Partie, machte zu diesem Zeitpunkt vor allem die starke Ausbeute nach Strafecken den Unterschied für Mülheim.

Den besseren Start nach Wiederanpfiff erwischten die Gastgeberinnen. Mit ihrer zweiten Strafecke, die über eine Stechervariante gespielt wurde, brachte Lydia Bechthold-Haase ihrer Mannschaft den Anschlusstreffer (32., KE). Mannheim war in der Folge das bessere Team mit mehr Offensivaktionen. Im letzten Viertel versuchte der TSV Mannheim Hockey noch einmal alles, um zum Ausgleich zu kommen, Mülheim konterte stark, etwa wie in der 52. Minute als Maike Scheuer über rechts durchgebrochen war. Die scharfe Flanke verpasste aber eine Mitspielerin in der Mitte.

Nach einem Foul im Torschuss hatte Mülheim dann noch einen Siebenmeter erhalten, den Elena Clococeanu sicher, links halbhoch, verwandelte (54.). Mannheim konnte war zwar noch einmal erfolgreich angreifen, der Treffer zum 2:3 in den Schlusssekunden durch Luisa Walter kam allerdings zu spät (60.).

Mülheim darf somit einen Auswärtssieg feiern, beide Teams haben aber in wenigen Tagen schon den nächsten Gegner vor der Brust. Bereits am nächsten Freitag steht das Mannheimer Stadtderby an. Zur gleichen Zeit spielen die Mülheimer Damen auswärts beim Düsseldorfer HC (16. September, 20:00 Uhr).

münchner sc - rot-weiss köln 3:4 (1:2)

Mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen kann man aus Kölner Sicht durchaus von einem gelungenen Saisonstart sprechen: Gegen den Münchner SC sollten die Nerven der Fans auf beiden Seiten auf die Probe gestellt werden.

Köln startete zwar viel Ballbesitz, konnte damit aber nicht viel anfangen. München stand defensiv stark in der Raumdeckung und ließ wenig offensive Aktionen der Gäste zu. Nach vier Minuten in der Partie hatte Köln dann aber mit ihrer ersten Strafecke die gute Möglichkeit, in Führung zu gehen: Ein flacher, harter Schlenzball von Rebecca Grote ließ Selina Müller im Kasten der Münchnerinnen keine Chance (3., KE). Grote war bereits in der letzten Saison eine wichtige Säule im Kölner Team, hatte jedes Spiel absolviert und dabei sechs Saisontore erzielt.

Nach einer langen Ecke erzielte Pia Maertens dann auch gleich das nächste Tor für die Gäste aus der Domstadt: Sie nahm den Ball mit dem Rücken zum Tor am Schusskreisrand an, drehte sich, dribbelte durch die zu passive Abwehr und vollendete mit einem Rückhandschuss zum 0:2 (8.). Im zweiten Viertel waren dann auch die Münchnerinnen zu Chancen gekommen, doch mehrere Strafecken blieben ungenutzt.

Mit einer nächsten Chance knapp sechseinhalb Minuten vor der Pause war man dann aber erfolgreich: Die Kölner Eckendefensive hatte auf eine Variante spekuliert und die Schützin Philin Bolle nicht unter Druck gesetzt. Diese nutzte den Freiraum und traf mit einem Schlag ins rechte untere Eck (22., KE).

In der letzten Saison war für München gegen Köln nichts zu holen gewesen, bei zwei Niederlagen hatte man kein einziges Tor erzielen können. Doch schien dies anders zu sein: Nur eine Minute nach Wiederanpfiff gelang dem MSC der Ausgleich. Stürmerin Celine Marquet erzielte das 2:2 (31.). Damit nicht genug für das dritte Viertel, denn München drehte tatsächlich die Partie: Dabei hatte eigentlich Köln eine Möglichkeit auf der anderen Seite, doch München konterte und kam über Noemi Baach aus halbrechter Position zum Abschluss (38.).

Doch wer in diesem Spiel nun eine ruhige kontrollierte Schlussphase erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Köln bewies nun ebenfalls Comeback-Qualitäten: Nike Lorenz bei einer Strafecke legte den Ball hinter dem Rücken ab auf Rebecca Grote, deren Torschuss wurde von Lea Stöckel zum 3:3 abgefälscht (49., KE). Das Spiel war also zehn Minuten vor dem Ende völlig offen und wurde auch als offener Schlagabtausch geführt. Das Glück war aber auf der Seite der Kölnerinnen, die sich am Ende den Sieg sicherten: Pia Maertens hatte sich auf Höhe der Mittellinie den Ball erobert und auf Nike Lorenz quergelegt. Deren Pass fand Camille Nobis, die die Kugel unter der MSC-Torhüterin hindurch ins Tor beförderte (55.).

Der Münchner SC empfängt am nächsten Samstag den Berliner HC (17. September, 14:00 Uhr). Köln wird versuchen, wieder auswärts erfolgreich zu sein, ebenfalls am Samstag spielt man beim Großflottbeker THGC (17. September, 15:45 Uhr).

club an der alster - uhc hamburg 2:0 (1:0)

Im Derby zwischen dem Club an der Alster und dem UHC Hamburg gelingt den Gastgeberinnen ein souveräner 2:0 Sieg. Alster revanchiert sich dabei für die letzte Saison, als der UHC das Duell mit 1:0 für sich entscheiden konnte.

Das Derby präsentierte sich direkt als ein solches, im Spiel war viel Tempo zu sehen. Der UHC Hamburg stand kompakt in der Manndeckung, Alster kam aber immer wieder mit schnellen Angriffen vor das Tor der Gastgeberinnen. Ein erster Abschluss nach vier Minuten war jedoch keine Prüfung für Noelle Rother im UHC-Gehäuse. Erst nach 14 Minuten war es dann Lisa Altenburg, die für ihre Mannschaft die 1:0 Führung besorgte (14.).

Alster hatte gestern nicht gespielt, dafür am Freitag etwas überraschend auf eigener Anlage gegen den Großflottbeker THGC verloren. Und auch die Damen des UHC Hamburg stellten sich als keine einfache Aufgabe heraus. Ein Tor für Alster kurz vor der Halbzeit wurde zurückgenommen, da der Torschuss mit der runden Seite abgegeben wurde (30.). Mehrere Strafecken in der Mitte des dritten Viertels scheiterten an Mali Wichmann im Tor der Gastgeberinnen. Erst kurz vor Viertelende war der Club an der Alster in der Lage, die Führung auszubauen: Ein Freischlag an der Viertellinie wurde zu Nationalspielerin Kira Horn gespielt, die in einer schwachen Phase des CADA das aus der Sicht der Gäste bittere 2:0 erzielte. Horn hatte den Ball am Kreisrand angenommen und direkt weiterverarbeitet, war mit einer starken Bewegung vor das Tor gelangt und hatte den Ball mit einem Rückhandschuss im Tor untergebracht (45.).

An diesem 2:0 änderte sich bis zum Schlusspfiff nichts mehr. Alster erwartet am kommenden Wochenende die Aufsteiger aus Bremen (17. September, 12:00 Uhr), der UHC Hamburg spielt das nächste Derby, diesmal gegen den Harvestehuder THC (17. September, 12:00 Uhr).

bremer hc - harvestehuder thc 2:4 (2:2)

Die Aufsteiger aus Bremen hatten, trotz guter Auftritte, aus ihren ersten beiden Spiele keine Punkte mitnehmen können. Gegen den Harvestehuder THC lief es dann aber schon deutlich besser: Gleich nach der ersten Aktion im Schusskreis entschied der Unparteiische auf Siebenmeter für die Gastgeberinnen – Marie Frerichs verwandelte diesen und erzielte die Führung für den Bremer HC (1.).

Bis weitere Tore fielen, dauerte es dann aber etwas. Nach 24 Minuten erhöhte Natalie Hoppe auf 2:0 für Bremen (24.). Harvestehude war schon letzte Woche mit 0:2 zurückgelegen und hatte dann noch das Spiel mit vier eigenen Treffern gedreht. Und auch hier bewiesen die Damen von Trainer Paul Pongs Moral: Zwei Treffer hintereinander von Laura Saenger brachten die Hamburgerinnen zurück in das Spiel (26., KE und 28., KE).

Nach Wiederanpfiff bot sich den Zuschauern weiter ein verblüffend ähnlicher Spielverlauf wie schon vergangene Woche beim Duell der Gäste gegen den Münchner SC. Denn Harvestehude ging nach dem 0:2 Rückstand auch heute in Führung. Franzisca Hauke erzielte das 2:3 für ihre Mannschaft (31.). Den Schlusspunkt setzte Katharina Kiefer vier Minuten vor dem Abpfiff zum 2:4 (56.).

Nächstes Wochenende trifft der Bremer HC auf den Club an der Alster (17. September, 12:00 Uhr) und zeitgleich spielt der Harvestehuder THC auswärts gegen den UHC Hamburg (17. September, 12:00 Uhr).

berliner hc - großflottbeker thgc 1:1 (1:0)

Nach einem 5:1 Kantersieg zu Beginn der letzten Saison, hatte Berlin im zweiten Duell dieser beiden Mannschaften eine 0:1 Niederlage hinnehmen müssen. Dafür lief es auf eigener Anlage am heutigen Samstag, zunächst wieder besser für den Berliner HC.

Berlin ging durch einen Treffer von Luzie Franz nach einer Strafecke wenige Minuten von dem Viertelende in Führung (12., KE). Eine Führung, die so auch lange Bestand haben sollte, denn bis in das vierte Viertel gelang es den Gästen aus der Hansestadt nicht, selbst zum Torerfolg zu gelangen. Erst kurz nach dem dieses Viertel angepfiffen war, schafften die Damen des Großflottbeker THGC durch Greta Nauck den ersehnten Ausgleich (48.).

Mehr war den Zuschauern in Berlin an diesem Nachmittag dann auch nicht mehr geboten, das Spiel endete mit diesem 1:1 unentschieden. Für die Gastgeberinnen, die lange Zeit in Führung gelegen waren, ein sicherlich etwas bitteres Ergebnis. Großflottbek holt nach dem Sieg am Freitag gegen den Club an der Alster einen weiteren Punkt.

Der Berliner HC spielt in München am kommenden Samstag gegen den Münchner SC (17. September, 14:00 Uhr). Am gleichen Tag findet das Heimspiel des Großflottbeker THGC gegen Rot-Weiss Köln statt (17. September, 15:45 Uhr).

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / Sabine Müller (SportsGallery)

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