Spätes Comeback des UHC & Berlin gewinnt das Topspiel

Mit einem mehr als deutlichen Sieg schlägt der Mannheimer HC den Münchner SC. Berlin gewinnt im Volvo E.R.B. Topspiel der Woche knapp gegen den Club an der Alster, der HTHC schlägt Mülheim und der Hamburger Polo Club den TSV Mannheim Hockey. Ein sehenswertes Comeback zeigen die Herren des UHC Hamburg gegen Crefeld. Die Spielberichte:

Mannheimer hc – münchner sc 10:1 (5:0)

Ein Duell im Süden und ein sehr wichtiges, sowohl für den Münchner SC als auch den Mannheimer HC. Mannheim könnte mit einem Sieg die Herbstmeisterschaft in der Staffel B klar machen, für die Gäste wäre mit einem Sieg der Anschluss an die Viertelfinal Plätze gewahrt – bei einer Münchner Niederlage könnte der TSV Mannheim Hockey von hinten auf nur einen Punkt Unterschied heranrücken.

Die Gastgeber begannen direkt mit hohem Druck und versuchten gleich einmal, die Partie an sich zu reißen. Konnte München zunächst noch gut mithalten, gelang dem MHC nach etwas mehr als fünf Minuten die Führung: Justus Weigand kam aus der Drehung zum Schuss und überwand Benjamin Kurney im Tor der Gäste (6.). Für den MSC bot sich mit einer Strafecke drei Minuten vor dem Viertelende die Chance – nach einem Fehlpass hatte Xaver Kalix gut gekontert und den Ball an den Mannheimer Fuß gelegt (12.). Die Strafecke verpuffte dann allerdings. Stattdessen waren die Hausherren effektiv und erfolgreich: Raphael Hartkopf im Nachsetzten besorgte das 2:0 für den MHC (13.).

Im zweiten Viertel ging es weiter wie im ersten – der Mannheimer HC war gnadenlos effektiv vor dem Tor: Gonzalo Peillat verwandelte eine kurze Ecke hart ins linke obere Eck (18.,KE). Nur kurze Zeit später war er wieder erfolgreich, diesmal war es die rechte untere Ecke, in der der Ball einschlug (20.,KE). München hatte zu diesem Zeitpunkt nichts entgegenzusetzen, Mannheim dominierte das Spiel. In der Folge verlor man auch noch an der eigenen Viertellinie den Ball, Erik Kleinlein konnte ungehindert in den Kreis eindringen und auf 5:0 erhöhen (26.).

"Wir waren vom Kopf her heute nicht bereit für dieses Spiel."
Patrick Fritsche, Trainer Münchner SC

Auch in der zweiten Hälfte hatte München kaum eine Chance: Nach mehreren Schüssen stand Hugo von Montgelas richtig und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (32.). Und auch die Eckenquote der Mannheimer war weiter sehr gut: Gonzalo Peillat erzielte seine Treffer Nummer drei und vier am heutigen Tage und erhöhte somit auf 8:0 (34.KE & 40.,KE).

Erst jetzt war auch dem MSC ein Treffer vergönnt. Mit einer Strafecke in das rechte untere Eck erzielte Nikas Berendts den Münchner Ehrentreffer (41.,KE). Dass beim Mannheimer HC auch andere per Strafecke erfolgreich sein können, bewies dann noch Justus Weigand, der das 9:1 besorgte (47.,KE). Zum 10:1 Endstand traf Raphael Hartkopf kurz vor Schluss (60.).

Mannheim hat schon morgen den Hamburger Polo Club zu Gast (14:00 Uhr). Für die Münchener geht es ebenfalls gegen diesen Gegner – allerdings erst am nächsten Samstag (14:00 Uhr).

“We are extremely, extremely happy, extremely satisfied with the game we had today. […] Ten goals […] means a lot.”
Andreu Enrich, Trainer Mannheimer HC

Berliner hc – club an der alster 2:1 (1:1)

Schon in der letzten Saison hatten sich die beiden Teams torreiche Duelle geliefert: Der BHC gewann auswärts mit 1:5, im Rückspiel siegte dann Alster auswärts mit 3:5. Dazu passt die Tatsache, dass Berlin in der Staffel B zwar die meisten Tore erzielt, aber auch die meisten Gegentore bekommen hat.

Im Volvo E.R.B. Topspiel der Woche hatten die Gastgeber nach gut sieben Minuten eine erste Schusschance, doch Thomas Alexander war zur Stelle (7.). Keine der beiden Mannschaften hatten das Spiel in diesen Anfangsminuten wirklich unter Kontrolle, wobei der BHC etwas mehr Ballbesitz verzeichnen konnte. Beim Schuss von Marinus Mack musste Alexander erneut eingreifen und einen Rückstand verhindern (9.). Auf der anderen Seite kombinierte sich Alster nach einem Ballgewinn sehenswert mit Direktpässen vor das Tor, aber Lenny Wolbers scheiterte an Mika Schleu im BHC-Tor (12.).

Die Gäste wurden zu Beginn des zweiten Abschnitts stärker und profitierten dabei auch von einigen Ballverlusten auf der Seite der Berliner. Der BHC stand nun immer mehr unter Druck und war nur selten in der Lage, sich aus der eigenen Spielhälfte zu befreien. Doch auch die Gäste hatten Probleme sich richtige Torchancen zu erspielen. Erst kurz vor dem Pausenpfiff schien Alster etwas nachlässig zu werden und prompt nutzten die Berliner dies: Tom Stroink verpasste es im eigenen Schusskreis zu klären und Jonas Poeschel staubte ab – das 1:0 aus Berliner Sicht (27). Eine letzte Chance von Struan Robert Walker für den CADA ging über das Tor (28.).

Trotz oder auch gerade wegen des späten Gegentreffers kam der Club an der Alster etwas besser aus der Kabine. Das Spiel nahm in dieser Phase an Tempo und Intensität zu. Berlin ließ sich in die eigene Hälfte hineindrücken, die Hamburger nahmen das Spiel in die Hand. Mika Schleu war etwa in der 38. Minute nach einem Schlag von Dieter Linnekogel zur Stelle. Fast mit Abpfiff des Viertels kamen die Gäste noch zu einer kurzen Ecke: Nach zwei Wiederholungsecken verwandelte Maximilian Schnepel den Ball flach zum 1:1 Ausgleich (45.,KE).

Im letzten Abschnitt wurde die Partie noch einmal richtig spannend und war dabei völlig offen: Beide Mannschaften riskierten mehr, belohnt wurde der BHC. Ein schönes Solo von Leon Schmidt, ein Pass durch die Mitte auf Luis Gill, der im Schusskreis zu viel Platz von der Hamburger Defensive erhalten hatte. Gill nahm den Ball an und drückte direkt ab – das 2:1 für die Gastgeber (50.). Berlin drängte nun auf die Vorentscheidung, aber Thomas Alexander bewahrte seine Mannschaft mit einer starken Parade davor (54.).

Drei Minuten vor Ende hatte Alster, ähnliche wie in der ersten Hälfte, die Chance, per Strafecke den Ausgleich wiederherzustellen. Doch die BHC-Defensive blieb standhaft und verteidigte die Aktion (57.) und in der Folge auch die Führung: Mit 2:1 gewinnt Berlin das Volvo E.R.B. Topspiel der Woche gegen den Club an der Alster.

Der Berliner HC hat mit diesem Spiel die Feld Hinrunde beendet. Der Club an der Alster empfängt am kommenden Samstag den TSV Mannheim Hockey (14:30 Uhr).

uhc hamburg – crefelder htc 4:3 (0:3)

Seit fast drei Wochen ist der UHC Hamburg nun bereits ungeschlagen und zwischenzeitlich auf den zweiten Platz der Staffel B hervorgerückt. Trotzdem trennen die Herren aus der Hansestadt nur zwei Punkte von ihrem heutigen Gegner – dem fünftplatzierten Crefelder HTC. So eng die Tabelle, so eng waren auch viele der Spiele der aktuellen Saison, man durfte also auch am heutigen Samstag ein spannendes Duell erwarten.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase kam der UHC mit seiner ersten Strafecke nach drei Minuten zum Zuge, doch man verstoppte die Herausgabe. Crefeld versuchte zu kontern, blieb aber in der Defensive der Gastgeber hängen. Beiden Teams war das Bemühen, das erste Tor der Partie zu erzielen, anzumerken, wodurch aber etwas die Lockerheit auf der Strecke blieb. Dann kamen aber die Gäste mit einem Angriff über die rechte Seite. Masi Pfandt dribbelte sich durch mehrere Verteidiger und legte nach links ab auf Anton Boomes, der mit einem Rückhandschuss ins lange Eck das 0:1 erzielte (11.). Nur wenig später kam Pfandt wieder mit einem überragenden Solo in den Schusskreis und erzielte im Fallen das 0:2 für den Crefelder HTC (13.).

Auch im zweiten Viertel schien Crefeld nicht nachlassen zu wollen: Im Gegenpressing erkämpfte man sich den Ball und legte nach rechts in den Kreis auf Julius Hayner. Dessen Schlag fälschte Christian von Ehren noch entscheidend ab (16.). Der UHC hatte vor der Pause nur wenig entgegenzusetzen – eine Strafecke vor Ablauf der Zeit wurde nur unsauber ausgeführt und blieb erfolglos (30.).

Das Spiel blieb auch nach Wiederanpfiff ausgeglichen. Crefeld versuchte, das Spiel im eigenen Ballbesitz zu kontrollieren und die Führung zu verteidigen. Nach einem Freischlag an der Viertellinie erzielten die Hamburger dann aber den 1:3 Anschlusstreffer. Benedikt Schwarzhaupt hatte den Ball in den Kreis gebracht, nach einem Schuss von der linken Seite herrschte eine unübersichtliche Situation vor dem Tor, aus der Florian Sperling den Ball im Tor unterbrachte (42.).

Das letzte Viertel hatte einiges an Spannung und Überraschung parat: Zunächst erzielte Tim Schwieren den 2:3 Anschlusstreffer (47.,KE) für den UHC nach einer kurzen Ecke. Hamburg drückte nun auf den Ausgleich, der Aufsteiger aus Crefeld verteidigte tapfer. Nach einem schönen Angriff über rechts war es dann aber so weit: Michel Struthoff dribbelte sich sehenswert durch mehrere Verteidiger hindurch und legte ab auf Maximilian Kloss, der auf 3:3 stellte (54.). Damit aber nicht genug für diese Partie, denn Koji Yamasaki brachte seinen Hamburgern sogar noch den Sieg. Tobias Martins hatte im Konter auf Yamasaki gespielt, dieser mit der argentinischen Rückhand den Siegtreffer erzielte (56.).

Der UHC Hamburg dreht also ein verrücktes Spiel erst kurz vor dem Ende, in dem Crefeld lange Zeit nach dem Sieger aussah. Die Herren aus Hamburg spielen am nächsten Samstag noch das Derby gegen den Harvestehuder THC (17:00 Uhr). Der Crefelder HTC trifft schon morgen auf den HTHC (14:00 Uhr).

harvestehuder thc – uhlenhorst mülheim 4:1 (0:1)

Mit drei Heimspielen in Folge wird der Harvestehuder THC die Hinrunde auf dem Feld in diesem Jahr beenden. Zum ersten dieser Spiele traf man heute auf die Gäste aus Mülheim. Nachdem beide Teams ihr letztes Spiel verloren hatten, stand heute Wiedergutmachung auf dem Programm.

Mülheim hatte die Partie zu Beginn klar in eigener Hand: Eine Strafecke von Mülheim lenkte Anton Brinckman noch glücklich an den Pfosten, es stand also weiterhin 0:0. Nach gut fünf Minuten kam dann der HTHC auch besser in das Spiel. Es entwickelte sich eine zunehmend ausgeglichenere Begegnung. Aus einer kurzen Mülheimer Ballbesitzphase entstand die 0:1 Führung der Gäste: Malte Hellwig hatte einen Freischlag schnell ausgeführt, den Ball vor das Tor gebracht, wo Robin Weber verwerten konnte (21.). Bei Harvestehude stand heute Tobias Hauke, der seine Feld-Karriere eigentlich schon für beendet erklärt hatte, auf dem Platz. Auf der Gegenseite feierte Tobias Matania sein Comeback für die Mülheimer.  

Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte sich das Spiel etwas beruhigt. Nach sechs Minuten bot sich Lucas Toscani die Gelegenheit, das Remis wiederherzustellen, doch der Stürmer, der durchgebrochen war, scheiterte im Eins-gegen-Eins Duell mit Torhüter Lennart Küppers (36.).  Auch Mülheim verpasste in der Folge eine gute Chance, eine Hereingabe von rechts rollte vor den Füßen zweier Stürmer vorbei (43.).

Nach einer zunächst noch verstoppten Strafecke ging es dann kurios zu: Der HTHC brachte den Ball noch einmal vor das Tor, Küppers ließ den Ball durch im Glauben, dass der Ball ins Toraus rollen würde. Doch Xaver Hasun hielt noch seinen Schläger wohl noch vor der Torlinie in den Ball – nach kurzer Diskussion entschieden die beiden Unparteiischen auf Tor für die Gastgeber (33.). Und auch die 2:1 Führung der Harvestehuder war etwas glücklich: Bei einer Flanke von der rechten Seite behinderten sich Küppers und ein Abwehrspieler gegenseitig, Michael Körper schaltete schnell und drückte den Ball aus der Luft über die Linie (38.).

Nach einer Strafecke hatte Mülheim dann eine große Möglichkeit auf den Ausgleich, aber der starke Anton Brinckman war zweimal zur Stelle (49.).  Es entwickelte sich eine zunehmend mit offenem Visier geführte Partie, in der beide Seiten alles nach vorne warfen. Und der HTHC belohnte sich mit dem 3:1 durch eine Stechervariante nach einer Strafecke: Luis Holste erzielte das Tor und brachte sein Team weiter in Front (52.,KE). Vier Minuten vor Ende parierte Brinckmann dann noch einmal stark, eine Minute vor Schluss erhöhte der HTHC in Person von Holste noch in das leere Tor auf 4:1 (59.).

Harvestehude spielt gleich morgen daheim gegen Crefeld (14:00 Uhr). Mülheim trifft am Freitag auf Rot-Weiss Köln (19:00 Uhr).

tsv mannheim hockey – hamburger polo club 1:4 (0:2)

Mit zwei Siegen, 5:0 und 1:4, war der Hamburger Polo Club dem TSV Mannheim Hockey in der letzten Saison klar überlegen gewesen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten scheinen die Hamburger nun auch in die Saison gefunden zu haben – die letzten Resultate waren zufriedenstellend. Aber auch Mannheim hatte letztes Wochenende einen Punkt aus München entführt und durfte sich zumindest Außenseiterchancen erhoffen.

Im ersten Viertel passierte zunächst einmal nur wenig. Der TSV Mannheim Hockey stand defensiv tief in der Raumdeckung und ließ die Hamburger kommen. Diese fanden noch keinen Weg durch die Defensive, erst nach gut acht Minuten musste Torhüter Emiliano Bosso das erste Mal eingreifen (8.). Die Gäste schienen keine Eile zu haben und versuchten das Spiel ruhig und kontrolliert aufzubauen und sich vor zu arbeiten. Doch Mannheim blieb griffig und verteidigte souverän.

Auch im zweiten Viertel ging dies zunächst so weiter. Hamburg versuchte, viel über die eigene linke Seite zu kreieren. Eine Strafecke führte dann zum 0:1. Kane Russel verwandelte sie knallhart in die linke obere Ecke (21.,KE). Bis zur Pause nahmen die Gäste dann etwas Tempo aus der Partie. Mannheim spielte gut gegen den Ball, kam aber selbst zu nichts Zählbarem. Nach einem unnötigen Ballverlust im Aufbau konterte Polo – mit einem schönen Doppelpass um den Torhüter erhöhten die Hamburger durch Constantin Staib auf 0:2 (28.).

In der zweiten Hälfte ließen die Herren des Hamburger Polo Club auch nichts mehr anbrennen. Auf ein torloses drittes Viertel folgte dann aber zu Beginn des letzten Abschnitts wieder ein Treffer der Gäste. In Unterzahl griff man über links an, vor dem Tor drückte Nick Algner den Ball über die Linie (49.). Und auch ein vierter Treffer folgte noch: Constantin Staib ließ Bosso aussteigen und vollendete mit der Rückhand zum 0:4 (53.). Den Ehrentreffer für den TSVMH erzielte Nicolas Proske knapp fünf Minuten vor dem Ende (55.). Doch mehr war für die Hausherren an diesem Tag nicht zu holen, der Hamburger Polo Club brachte das Ergebnis sicher über die Zeit.

Der TSV Mannheim Hockey muss am nächsten Samstag gegen den Club an der Alster antreten (14:30 Uhr), während der Hamburger Polo Club gleich morgen beim Mannheimer HC gastiert (14:00 Uhr).

Foto: Hans Kramhöller (SportsGallery)

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