Späte Entscheidung in hitzigem Derby

Das Volvo E.R.B. Topspiel der Woche gewinnt am Ende der UHC Hamburg knapp gegen den Harvestehuder THC. Darüber hinaus schlägt der Hamburger Polo Club den Münchner SC, der Club an der Alster besiegt den TSV Mannheim Hockey deutlich. Die Spielberichte:

Hamburger Polo Club – Münchner Sc 3:1 (1:1)

Im Duell um den vierten Platz der Staffel B hatte der Hamburger Polo Club vor der Partie klar die Nase vorn: Mit einem Spiel weniger und fünf Punkten Vorsprung brauchte München heute definitiv einen Auswärtssieg, wollte man die Viertelfinalplätze nicht aus den Augen verlieren. Nach einem starken Saisonstart blieben beim MSC in den vergangenen Spielen die Ergebnisse aus.

Im letzten Spiel auf dem Platz am Hemmingstedter Weg – Polo spielt ab nächstem Frühjahr auf einer neuen Anlage – starteten die Gäste aber frischer und wacher als der Hamburger Polo Club: Nach zwei Minuten hatte sich München die erste Strafecke erkämpft. Der Schuss von Nikas Berendts wurde sicher pariert, im Nachschuss foulte ihn aber ein Hamburger Verteidiger. Den fälligen Siebenmeter setzte Phillip Holzmüller flach in die linke Ecke und erzielte die frühe 0:1 Führung für den MSC (2.,7-m).

Nach dem Schock direkt zu Beginn kamen die Hausherren besser in die Partie. Zwar wollte noch kein zwingender Angriff herausspringen aber man näherte sich dem Schusskreis zumindest an. Im zweiten Viertel hatte man sich dann auch eine Strafecke herausgespielt, aber München verteidigte mit viel Einsatz. Dafür lief auch gleich der Konter für die Gäste, nach einem schönen Doppelpass kam Philip Bezzenberger zum Schuss, aber Niklas Garst war aus seinem Tor gekommen und parierte den Schuss (18.). Mit der nächsten Aktion war es dann jedoch soweit: München konnte dem Druck nicht mehr standhalten und kassierte den Ausgleich. Dem Torschützen des 0:1, Nikas Berendts, versprang der Ball genau vor dem eigenen Tor und Jan-Hendrik Bartels staubte für die Hausherren ab (20.). Die restliche Halbzeit spielte der MSC dann wieder besser mit, ohne weitere große Torchancen ging es in die Kabine.

In der zweiten Hälfte verwandelte Kane Russell eine Strafecke zum 2:1 für den Hamburger Polo Club. Ein schöner harter Schuss, der durch die beiden Herausläufer hindurch ging und somit schwer für den Torhüter zu sehen war, ließ Benjamin Kurney im Gehäuse der Münchner keine Chance (33.,KE). Eine Strafecke für München kurz vor Viertelende auf der Gegenseite parierte Niklas Garst sicher (44.), nach einem schnellen Gegenkonter kamen dann auch die Hausherren zu einer solchen. Kane Russell erzielte seinen zweiten Treffer des Tages und erhöhte auf 3:1 (44.,KE). Torhüter Kurney war zwar schon weit im richtigen Eck gestanden, aber Russell überwand ihn trotzdem mit einem strammen Schuss in den Winkel.

Kurney war dann aber gleich zu Beginn des letzten Spielabschnitts im Mittelpunkt als er sehenswert mit dem Schläger parierte (46.). München kam sieben Minuten vor dem Ende noch einmal zur Chance, aber diesmal war es der heute wieder einmal sehr starke Niklas Garst, der zur Stelle war (53.). Die Gastgeber brachte die Führung in der Folge dann gut über die Zeit – Polo blieb den Herren aus München über die gesamte Spieldauer, gerade was die Chancenausbeute angeht, einen Schritt voraus.

"Das Spiel verlieren wir sicher etwas frustriert. [...] Wir haben aus unseren Spielanteilen leider nicht das Quäntchen Glück aufs Scoreboard gebracht."
Patrick Fritsche, Trainer Münchner SC

Zum ersten Spiel der Rückrunde im nächsten Jahr tritt der Hamburger Polo Club Ende März in Köln an. Das erste Spiel der Hallensaison spielen sie am 26. November beim UHC Hamburg. Der MSC startet gegen die TG Frankenthal in die Hallenrunde, die Rückrunde auf dem Feld beginnt für München zwei Wochen später als für Polo – im April gegen den Club an der Alster.

Club an der alster – tsv mannheim hockey 7:2 (6:0)

Einen klaren Abstand von 14 zu 4 Punkten in der Tabelle der Staffel B trennten den Club an der Alster und den TSV Mannheim Hockey vor der Partie. Alster hatte nach einem starken Saisonstart zuletzt aber etwas den Anschluss an die Tabellenspitze verloren und wollte durch drei Punkte in diesem Duell noch einmal siegreich in die Winterpause gehen.

Den besseren Start erwischten auch die Hausherren: Nach vier Minuten kam man über die rechte Seite nach vorne, eine aus diesem Angriff resultierende lange Ecke wurde schnell ausgeführt und brachte den Treffer. Chris Newman zog mit der Rückhand ab und erzielte die 1:0 Führung (4.). Alster bestimmt weiter das Spiel, nach einem Konter foulte der TSVMH-Torhüter den Stürmer Struan Robert Walker im Torschuss. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Dieter Linnekogel ohne Probleme (9.,7-m). Und die Hamburger legten direkt einmal nach: Im Gegendruck eroberte sich Anton Boeckel den Ball, legte quer auf Linnekogel, der weiter nach rechts auf Struan Robert Walker. Walker drang in den Kreis ein, ließ Emiliano Bosso mit einem Rückhandzieher aussteigen und schrubbte den Ball ins Tor (10.).

Mit diesem Doppelschlag wurde der TSV Mannheim Hockey kalt erwischt. Dabei hielt man in der Folge gut mit und stand defensiv viel sicherer. Das Spiel hatte sich Mitte des zweiten Viertels beruhigt, als sich die Gastgeber eine Strafecke herausspielten. Eine schöne Eckenvariante über links brachte Linnekogel einen völlig freien Torschuss, der zum 4:0 führte (24.,KE). Zu diesem Zeitpunkt vor der Pause schien die Partie bereits entschieden. Alster erhöhte sogar noch auf 5:0. Ein weiterer, für den Club an der Alster typischer, mit viel Tempo geradlinig vorgetragener Angriff führte zu diesem nächsten Treffer. Federico Fernandez Onega hatte den Ball mit dem Rücken zum Torhüter angenommen und Emiliano Bosso frech mit der Rückhand getunnelt (26.).

Durch eine kurze Ecke vor der Pause besorgte Maximilian Schnepel den Hausherren einen weiteren Treffer. Die harte, flache Strafecke ging wieder durch die Beine des, heute etwas unglücklichen, Emiliano Bosso (29.,KE). Doch die gesamte Mannheimer Defensive hatte in dieser ersten Hälfte viel zu wenig entgegenzusetzen, die hohe Führung für Alster ging durchaus in Ordnung. Dafür gelang es dem TSV Mannheim Hockey, nach Wiederanpfiff eine deutliche Steigerung hinzulegen: Ein langer Schlenzer gelangte zu Nicolas Proske, der viel zu frei im Schusskreis zum Abschluss kam. Die hart geschossene argentinische Rückhand ließ Thomas Alexander im Kasten keine Chance (34.).

Schlenzbälle blieben weiter das Mittel zum Erfolg für die Gäste. Knapp zehn Minuten später kam man damit wieder über die linke Seite vor das Tor. Dem Alster-Schlussmann gelang es nicht, den Ball zu klären, Max Weiher stocherte diesen stattdessen zum 6:2 über die Linie (39.). Doch Alster ließ im letzten Abschnitt nichts mehr anbrennen und verteidigte die Führung souverän. Den Hamburgern gelang noch das 7:2 durch Struan Robert Walker, der seinen zweiten Treffer des Tages erzielte (58.).

In der Hallensaison trifft der CADA am 26. November auf den DTV Hannover. Am gleichen Tag spielen die Mannheimer beim SC Frankfurt 1880. In der Rückrunde auf dem Feld treffen die Hamburger dann auf den Münchner SC, Mannheim muss nach Berlin reisen.

harvestehuder thc – uhc hamburg 1:2 (0:1)

Ein letztes Derby der Hinrunde, das Volvo E.R.B. Topspiel der Woche: Harvestehude gegen UHC Hamburg. Beide Teams trennte vor der Partie in der Tabelle lediglich ein Punkt – der Sieger des Spiels würde also vor dem Rivalen in die Rückrunde gehen. In der letzten Saison war einmal der UHC siegreich gewesen, einmal hatte man sich 2:2 Unentschieden getrennt.

Eine erste Duftmarke setzten die Hausherren mit einem schön vorgetragenen Konter über die linke Seite. Der Abschluss aus spitzem Winkel ging aber weit über das Tor (3.). Im UHC-Spiel waren zu diesem frühen Zeitpunkt noch zu viele kleine Fehler, aber auch der HTHC zeigte sich noch etwas unsicher. In der Mitte der Halbzeit kamen die Gastgeber nach einem Ballgewinn von Xaver Hasun wieder einmal gut in den Kreis, doch Torhüter Florian Leonhart war zur Stelle (20.). In dieser Phase wurde Harvestehude nun stärker.

"HTHC hat uns das Leben mit der griffigen Manndeckung [...] sehr schwer gemacht."
Benedikt Schmidt-Busse, Trainer UHC Hamburg

Eine tempoarme erste Halbzeit ohne wirkliche Offensivaktionen hatte noch ein Highlight zu bieten: Die Führung für den UHC Hamburg. Einen Schuss von Cameron Golden hatte Anton Brinckmann noch gut abwehren können, doch der Ball sprang Christopher Kutter vor den Schläger, der schnell reagierte und das 0:1 kurz vor dem Pausenpfiff erzielte (29.).

Auch in der zweiten Halbzeit war den Zuschauern erst einmal ein zwar dank der Intensität ansehnliches Spiel geboten, das jedoch ohne Tormöglichkeiten blieb. Erst nach gut fünf Minuten dribbelte sich Nqobile Mansuet Ntuli schön über rechts vor das Tor und holte gemeinsam mit Luis Holste einen Siebenmeter für Harvestehude heraus. Moritz Bretschneider im Tor war bei diesem zwar im richtigen Eck, doch der knallharte Schuss von Michael Körper ließ ihm keine Chance (35.,7-m). Bretschneider war nur für den Siebenmeter in das Tor gekommen, anschließend übernahm Florian Leonhart wieder den Posten.

In der Folge wurde das Derby hitziger. Eine doppelte Überzahl nutzte der UHC, um wieder etwas Druck auszuüben. Gegen Ende dieses dritten Viertels hatte Harvestehude kaum noch Möglichkeit, sich aus der eigenen Hälfte zu befreien. Dafür lief es in der zweiten Halbzeit deutlich besser: Eine Strafecke bot die große Chance, doch Michael Körper verzog den Schuss deutlich (47.).

Die letzten zehn Minuten hatten dann, derby-typisch, einiges an Diskussionsbedarf zu bieten. Mehrere Karten auf beiden Seiten und hitzige Auseinandersetzungen prägten diese Phase des Spiels und machten die mittlerweile unter Flutlicht stattfindende Partie zu einem echten Leckerbissen. Beide Teams spielten nun mit offenem Visier nach vorne. Nutznießer war der UHC: Hannes Müller legte den Ball nach links auf Michel Struthoff, der sich über die Grundlinie dribbelte und den Ball sehenswert über den Torhüter ins kurze Eck schlenzte (55.): Die 1:2 Führung für die Gäste, die bis zum Ende Bestand hatte.

Der UHC überwintert damit auf dem zweiten Tabellenplatz der Staffel A. Harvestehude bleibt mit nun vier Punkten Rückstand auf dem vierten Tabellenplatz aber weiter in Schlagdistanz. Zum ersten Spiel der Hallensaison empfängt der UHC Hamburg den Hamburger Polo Club am 26. November. Der HTHC empfängt den Braunschweiger THC. In der Feld-Rückrunde spielt der UHC gegen Crefeld und Harvestehude gegen Rot-Weiss Köln.

"Das erwartet intensive Derby, [...] sicherlich am Ende des Tages ein Stück weit ein glücklicher Sieg, allerdings auch nicht völlig unverdient."
Benedikt Schmidt-Busse, Trainer UHC Hamburg

Foto: Marc Junge (SportsGallery)

Tags



© Hockey Bundesliga