Mannheimer HC gewinnt dank unglaublicher Anfangsphase seinen zweiten Deutschen Meistertitel nach 2010

Der Mannheimer HC hat seinen zweiten Deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte in der Halle nach 2010 gewonnen. Dank einer unglaublichen Anfangsphase siegte der Mannheimer HC deutlich mit 9:3 (5:2). Wie schon 2020 gegen Rot-Weiss Köln verlor der Berliner HC auch 2022 das Finale.

Das Spiel begann ohne jegliche Abtastphase. Der Mannheimer HC nutzte eine Unaufmerksamkeit in der Berliner Hintermannschaft und Justus Weigand schlenzte den Ball unhaltbar aus halblinker Position ins lange Eck zum frühen 1:0 (2.). Der MHC blieb am Drücker: Raphael Hartkopf brachte den Ball aus spitzem Winkel aufs Tor und überrumpelte Mika Schleu zwischen den Pfosten der den langsamen Schuss nicht parieren konnte und stellte früh auf 2:0 (3.). Der Berliner HC tat sich schwer und versuchte die starke Anfangsphase der Mannheimer zu überstehen. Der MHC zog sich mit der 2:0 Führung im Rücken zunächst zurück und holte sich in einer Umschaltsituation die erste Strafecke (5.). Paul Zmyslony nahm sich der Ecke an und nagelte diese durch die Beine von Mika Schleu zum 3:0 in den Berliner Kasten (5., KE). Der MHC spielte wie entfesselt und erspielte sich direkt die nächste Strafecke, doch dieses mal konnte Mika Schleu sich gegen Luis Holste auszeichnen (6.). Die erste Gelegenheit für den Berliner HC hatte Jonas Gomoll, doch sein Abschluss stellte Jean Danneberg vor keine allzu großen Probleme (9.). Der Mannheimer HC machte einfach weiter und stellte nach einem Ball in den Kreis durch Justus Weigands zweites Tor des Finals auf 4:0 (11.). Es war ein Klassenunterschied bis zu diesem Zeitpunkt. Dann holte Anton Ebeling die erste Strafecke für die Berliner (13.). Kapitän Paul Dösch scheiterte allerdings am blitzschnell heraus gelaufenen Jean Danneberg. Der BHC blieb am Drücker und holt sich nur wenige Sekunden später die zweite Ecke, doch erneut war Jean Danneberg gegen Paul Dösch zur Stelle (14.). Doch die Berliner schienen langsam anzukommen im Finale und Jonas Gomoll holte die nächste Strafecke für den BHC, doch Martin Zwicker rutschte die Rausgabe ab und so ging es mit dem 0:4 aus Berliner Sicht in die erste Viertelpause.

Der Berliner HC kam mit ordentlich Zug zum Tor aus der Pause und kam nach feiner Vorarbeit von Martin Zwicker durch Jonas Gomoll zur ersten guten Chance im zweiten Viertel, doch Jean Danneberg ging beherzt dazwischen (16.). Die Mannheimer blieben ruhig und holten sich nach einem langen Ball aus der Abwehr eine weitere Ecke, da der Ball an den Fuß von Adrian Lehmann-Richter ab prallte. Raphael Hartkopf übernahm die Aufgabe und schweißte die Ecke aus seiner Sicht links oben zum 5:0 ins Tor (18., KE). Paul Zmyslony sah anschließend die grüne Karte, nachdem er den Ball ins liegende Brett von Lukas Kilpper gespielt hatte. BHC Trainer Rein van Eijk nahm Mika Schleu für die Überzahl zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Feld, doch auch in doppelter Überzahl wollte kein Treffer für den Berliner HC fallen. Auch als Paul Zmyslony wieder zurückkehrte blieben die Berliner bei der Variante ohne Torwart, mit Erfolg: Nach einer tollen Einzelaktion von Martin Zwicker an der rechten Bande sah dieser Tim Strüven und der brachte den Ball über die Linie, Jean Danneberg kam etwas zu spät (23.). Das 1:5 schien ein Brustlöser für den Berliner HC zu sein, die in ihrer künstlich erzeugten Überzahl den MHC tief in den eigenen Kreis drückten. Und dann unterlief Jean Danneberg einer seiner ganz wenigen Fehler: Ein vermeintlich harmloser Schuss von Jonas Gomoll aus ganz spitzem Winkel rutschte dem Mannheimer Torwart zwischen den Schienen durch ins Tor zum 2:5 aus Berliner Sicht (25.). Anschließend vergaben die Berliner eine weitere Ecke, doch in deren Folge verteidigte Tin Nguyen Luong mit der Eckenabwehrmaske außerhalb des Schusskreises. Es gab die erneute Ecke und eine grüne Karte gegen den Mannheimer. Der Berliner HC konnte jedoch auch diese nicht nutzen und Adrian Lehmann Richter sah in der Folge fürs Spielen ins Brett die grüne Karte (26.). Mika Schleu kehrte dann auch wieder an seinen angestammten Platz zwischen den Pfosten zurück. Und Mika Schleu stand kurz vor dem Halbzeitpfiff im Mittelpunkt des Geschehens, als Luis Holste rechts im Kreis auftauchte, doch sein Schuss war letztendlich kein Problem für den Berliner Schlussmann (30.). Wenig später war dann Halbzeit und die Mannheimer nahmen die 5:2 Führung mit in die Kabine.

"Wir haben das ganze Wochenende nicht unser Hockey spielen können und das tut umso mehr weh, weil wir unsere Leistung nicht gebracht haben (...) aber Mannheim war auch heute sehr gut, unfassbarer Goalie."
Jonas Gomoll, Spieler Berliner HC

Der Berliner HC startete direkt mit viel Power in das dritte Viertel. Nachdem Jan-Philipp Fischer den Ball hoch aus dem eigenen Kreis klärte gab es die sechste Strafecke für den BHC, doch erneut passte der Ablauf nicht und die Ablage von Paul Dösch auf Jonas Gomoll brachte keinen Erfolg (33.). Der MHC wartete mit der beruhigenden Führung im Rücken ab und überließ dem Team aus der Hauptstadt weitestgehend den Ball. Das Spiel nahm sich eine kleine Auszeit, doch dann konterte der Mannheimer HC überragend: Ein tollen Querpass von Justus Weigand nutzte Paul Zmyslony zum 6:2 (43.). Anschließend vergab Jossip Anzeneder freistehend die vermeintliche Vorentscheidung: Sein komplett unbedrängter Abschluss aus halblinker Position touchierte noch den rechten Pfosten (42.). Wenig später schoß Raphael Hartkop den Ball nach dem Pfiff der Schiedsrichter ins Tor und sah grün. Der BHC nahm wie schon in Durchgang eins Mika Schleu vom Platz und der BHC holte direkt die nächste Ecke. Doch auch bei dieser rutschte der Ball ab, dieses Mal jedoch dem Schützen Paul Dösch (44.).

Das Schlussviertel startete direkt mit einem weiteren Nackenschlag für den Vizemeister von 2020 aus Stuttgart: Paul Zmyslony bekam den Ball am Kreisrand und brachte diesen im verwaisten Berliner Tor zum 7:2 unter, da Mika Schleu nach wie vor auf der Bank saß (46.). Es folgten drei weitere Ecken für den BHC, doch es blieb dabei, keine fand ihren Weg an Jean Danneberg vorbei (49. & 50.). Zehn Strafecken standen zu diesem Zeitpunkt auf dem Berliner Konto, doch keine ließ sich verwandeln. Auch die elfte Strafecke des BHC setzte dieses Mal Tim Strüven klar über die Latte (53.). Der Mannheimer HC wartete geduldig auf seine Gelegenheiten und Luis Holste sorgte mit dem 8:2 aufs leere Tor für die endgültige Entscheidung (54.). Als wenig später auch die zwölfte Ecke des BHC keinen Ertrag brachte war ein Blick auf die Statistik angebracht: 12 Ecken BHC kein Tor, 2 Ecken MHC ein Tor, Spielstand 8:2 für Mannheim. So tickten die letzten Minute eines denkwürdigen Finals, indem vor allem das erste Viertel ausschlaggebend war, welches der MHC mit 4:0 für sich hatte entscheiden können. Zur Wahrheit gehörte aber auch, dass Adrian Lehmann-Richters Tor zum 3:8 (57.) das einzige Tor des BHC im zweiten Durchgang war. Justus Weigand stellte auch postwendend den alten sechs Tore Abstand wieder her und traf zum 9:3 (59.) Endstand.

Der Mannheimer HC folgt somit auf Rot-Weiss Köln als Deutscher Hallenhockey-Meister und gewinnt seinen zweiten Titel nach 2010! Die Herren des Berliner HC warten indes weiter auf den sechsten Meistertitel in der Halle. Den letzten Titel in der Halle hatte der BHC 1975 vor nun 47 Jahren geholt.

"So ein Halbfinal oder Finalspiel hatte ich glaube ich noch nie, dass wir so schnell so früh führen (...) das war wirklich die beste MHC-Leistung in einem Finalspiel, die ich je gesehen habe."
Jan-Philipp Fischer, Spieler Mannheimer HC

Foto: Dirk Markgraf

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