Köln erster Finalteilnehmer - bittere Niederlage für Harvestehude

Rot-Weiss Köln steht als erstes Team im Finale um die Deutsche Meisterschaft. Dabei sah es lange danach aus als würde Köln leer ausgehen, denn in der ersten Halbzeit bestimmte der Harvestehuder THC das Spiel. Die Hamburger verpassten einen zweiten Treffer zu erzielen und müssen sich am Ende mit 1:3 (1:0) geschlagen geben. Der Spielbericht:

Rot-Weiss Köln – Harvestehuder THC 3:1 (0:1)

Zum ersten Halbfinale am heutigen Samstag standen sich die Herren von Rot-Weiss Köln und dem Harvestehuder THC gegenüber. Rot-Weiss Köln, immerhin amtierender Titelverteidiger, war im Viertelfinale in zwei Spielen gegen den UHC Hamburg siegreich. Harvestehude setzte sich nach drei spannenden und umkämpften Partien gegen den Lokalrivalen des Clubs an der Alster durch. Im Aufeinandertreffen der heutigen Halbfinalgegner in der regulären Saison war Köln den Hamburgern mit 5:2 überlegen, dabei konnte Nationalspieler Tom Grambusch zwei Treffer erzielen.

Das Final4 startete direkt mit einer Schrecksekunde für Rot-Weiss Köln: Nach nur 30 Sekunden hatten die Unparteiischen die erste Strafecke für den Harvestehuder THC gegeben, diese wurde jedoch vom Videoschiedsrichter zurückgenommen. Von diesem Start konnten sich die Kölner allerdings rasch erholen und begannen langsam das Spiel in die Hand zu nehmen. Doch auch wenn man die Hamburger zwar in deren Viertel zurückdrängen konnte, war man nicht in der Lage sich eine Torchance herausspielen. In der Folge begann sich die Partie zunächst etwas zu beruhigen, beide Teams leisteten sich Ballverluste und zeigten einige Unsicherheiten. Auch die letzten Minuten waren vom Ballbesitz der Kölner sowie der souveränen Defensive des Harvestehuder THC geprägt, denn die Kölner Offensive fand keinerlei Weg durch die stabil stehende Abwehr der Kölner.

Wie schon zu Beginn des Spiels startete auch das zweite Viertel mit einem Strafeckenpfiff zugunsten der Harvestehuder– diesmal auch zurecht, denn ein Kölner Verteidiger hatte den Ball im Schusskreis mit dem Fuß gespielt. Michael Körper übernahm die Verantwortung für seine Mannschaft und verwandelte die Strafecke mit einem harten Direktschuss ins linke obere Eck (17., KE). Für den belgischen Torhüter der Kölner, Vincent Vanasch, gab es da nichts zu halten, für Körper war es das 19. Saisontor und das 11. Tor nach einer Strafecke. Von Köln war bis dato nur sehr wenig zu sehen, die in der Saison so starke Offensive fand keinen Weg in Richtung des Hamburger Schusskreises.

Stattdessen kam Harvestehude knapp sechs Minuten vor dem Pausenpfiff gefährlich vor das Tor von Vanasch, doch Nqobile Mansuet Ntuli verpasste den Ball am langen Pfosten (24.). Nur kurz später hatte Masi Pfandt die Chance auf den nächsten Treffer, als er völlig frei vor Vanasch auftauchte, jedoch die Hereingabe nicht unter Kontrolle bringen konnte und mit dem Torschuss das Gehäuse der Kölner verfehlte (25.).

Doch der Kölner Trainer Pasha Gademann schien in der Halbzeit die richtigen Worte für seine Mannschaft gefunden zu haben, denn die Kölner kamen deutlich besser in den zweiten Spielabschnitt – profitierten dabei auch von einer gelben Karte gegen den Harvestehuder THC und der daraus resultierenden Überzahlsituation. Das Kölner Powerplay fand zunächst keinen Weg zum Tor, auch die Option den Videobeweis zu nutzen, hatte man mittlerweile verloren (36.). Zwar waren die Hamburger in diesen ersten Minuten nach Wiederanpfiff nicht aus ihrer Hälfte heraus gekommen, doch die Kölner gleichzeitig auch nicht zu einem Torabschluss. Den ersten Entlastungsangriff konnte Harvestehude erst in der 39. Spielminute fahren, aber wieder verpasste ein Stürmer am langen Pfosten die große Chance auf 2:0 zu erhöhen (39.).

Nur 40 Sekunden nach Anpfiff des letzten Viertels, fast aus dem Nichts, erzielte Köln den 1:1 Ausgleich. Kai Aichinger kam aus halblinker Position zum Abschluss und überwand den etwas unglücklich wirkenden Anton Brinckmann im Tor der Hamburger mit einem harten, wenn auch unplatzierten Schlag (46.). Und Köln schien nun endgültig in der Partie angekommen, denn mit dem nächsten Angriff war man gleich wieder erfolgreich: Harvestehude hatte im eigenen Aufbau den Ball verloren, Köln konterte direkt und brachte den Ball zu Elian Mazkour vor das Hamburger Tor. Der Stürmer, der im letzten Jahr das Siegtor zur Deutschen Meisterschaft erzielt hatte, lupfte den Ball über den liegenden Brinckmann und brachte seine Kölner mit 2:1 in Front (49.).

Dafür konnte sich Brinckmann in der Folge auszeichnen, als er eine Kölner Strafecke sensationell parierte, doch das Glück der Hamburger währte nicht lange denn Köln bekam der Rebound gleich wieder unter Kontrolle. Starspieler Christopher Rühr ließ einen Verteidiger aussteigen und schlenzte den Ball am Torhüter vorbei ins lange Eck (52.). Sechseinhalb Minuten vor Ende nahm der Harvestehuder THC dann den Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Platz und konnte sich prompt eine Strafecke herausspielen (54.), die allerdings erfolglos blieb. Und auch eine zweite Ecke konnte Vincent Vanasch abwehren (54.). In den letzten Minuten kam Harvestehuder dann nicht mehr zu einer nennenswerten Chance, Köln brachte die Führung sicher über die Zeit.

Der Harvestehuder THC verpasst es also nach dem Führungstreffer das zweite Tor zu erzielen und die schwachen ersten 45 Minuten der Kölner auszunutzen. Rot-Weiss Köln reicht ein starkes letztes Viertel um drei Tore zu erzielen und das Halbfinale doch noch für sich zu entscheiden. Für Köln geht es morgen im Finale der Deutschen Meisterschaft darum, den Titel zu verteidigen (05. Juni, 13:45 Uhr). Harvestehude trifft im Spiel um Platz drei auf den Verlierer des zweiten Halbfinales zwischen Mannheim und dem Hamburger Polo Club (05. Juni, 11:30 Uhr).

"Man kann uns übers ganze Spiel nicht vorwerfen, dass wir nicht wollten, dass wir nicht aktiv waren [...] im Endeffekt hat es Köln dann auch irgendwo verdient."
Xaver Hasun, Harvestehuder THC

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