Hamburger Polo Club erstmals im Finale

Der Hamburger Polo Club zieht erstmals in das Finale um die Deutsche Meisterschaft ein. Im Halbfinale schlagen sie den Mannheimer HC mit 0:3 (0:0). Dabei bleiben die Mannheimer überraschend harmlos, die Hamburger hingegen sind in der zweiten Halbzeit offensiv deutlich effektiver. Der Spielbericht:

Mannheimer HC – Hamburger Polo Club 0:3 (0:0)

Im zweiten Halbfinale des diesjährigen Final4 standen sich der Mannheimer HC und der Hamburger Polo Club gegenüber. Dabei stand vor dem Spiel vor allem das Duell der beiden Strafeckenspezialisten Gonzalo Peillat und Kane Russel im Mittelpunkt – aber auch auf der Trainerbank standen sich mit Andreu Enrich und Matthias Witthaus große Namen gegenüber. Der zweimalige Olympiasieger Witthaus war selbst Spieler beim Mannheimer HC, sowie bei Atlètic Terrassa, dem Heimatverein des Spaniers Enrich.

Für den Hamburger Polo Club stellt die Teilnahme am Final4 ein Novum dar: Noch nie war der Club aus dem Hamburger Westen so weit gekommen. Dabei ist der Neuling keineswegs Außenseiter, denn schon im Aufeinandertreffen in der regulären Saison hatte man Mannheim schlagen können. Die Zuschauer in Bonn sahen eine muntere Partie, doch beide Mannschaften blieben zunächst häufig vor dem gegnerischen Schusskreis hängen. Sowohl Mannheim als auch die Hamburger versuchten das Spiel in die Breite zu ziehen und spielerisch den Weg vor das gegnerische Tor zu finden. Ein Fehler im Mannheimer Aufbauspiel brachte den Hamburger Polo Club nach acht Minuten in eine gute Position, doch der finale Pass wurde von der Mannheimer Defensive abgefangen (8.).

Auch das zweite Viertel blieb zu Beginn weitgehend chancenarm. Nach knapp vier gespielten Minuten erkämpfte sich der Hamburger Polo Club dann eine Strafecke – die perfekte Situation für den Eckenspezialisten Kane Russel, der in dieser Saison schon 25 Tore nach Ecken erzielt hatte. Allerdings scheiterte der Versuch der Hanseaten die Mannheimer Eckendefensive mit einer Variante zu überlisten (22.). Zu weiteren guten Torchancen kam keine der beiden Mannschaften, etwas besser im Spiel war der Hamburger Polo Club der mehr Ballbesitz verzeichnen konnte.

Erst Mitte des dritten Viertels kam Mannheim zur ersten Strafecke und der ersten richtigen Torchance. Doch drei Versuche nach wiederholten Strafecken ließ Superstar Gonzalo Peillat ungenutzt (40.). Mannheim schien nun aber etwas Mut geschöpft zu haben und war häufiger im Angriffsdrittel vorzufinden. Allerdings blieben, charakteristisch für diese Begegnung, die großen Torchancen weiter aus. Mannheim stand nun höher gegen den Aufbau der Hamburger, doch diese konnten sich fünf Minuten vor Viertelende aus dem Pressing befreien und den ersten Angriff seit einigen Minuten fahren (41.). Nur wenige Minuten später kam dann Nationalspieler Constantin Staib im Schusskreis zu einem der seltenen Torabschlüsse und konnte diesen direkt sehenswert verwerten: Mit einem Rückhandabschluss ließ er Lukas Stumpf im Mannheimer Tor keine Chance und brachte den Polo Club mit 1:0 in Führung (45.).

Gleich nach dem Start des letzten Spielabschnitts ging der Hamburger Polo Club mit 2:0 in Führung. Eine Strafecke von Kane Russel konnte Lukas Stumpf noch bravourös abwehren, der Nachschuss von Lasse Mink fand aber den Weg ins Mannheimer Gehäuse (47.). Zwei Minuten später kam auch Mannheim wieder zum Abschluss, aber Niklas Garst war souverän zur Stelle (49.).  Kurz danach war der Ball schon im Tor der Hamburger, doch der Unparteiische hatte zuvor bereits auf Strafecke für Mannheim entscheiden. Wieder blieb Garst standhaft und Sieger im Duell gegen Peillat (50.). Mannheim nun ohne Torhüter, versuchte alles auf eine Karte zu setzen, um das Spiel noch einmal zu drehen – doch der Hamburger Polo Club nutze seinerseits die Chance und erzielte durch Paul Smith das 3:0 ins leere Tor der Mannheimer (53.).

Vier Minuten vor Ende bot sich dem Mannheimer HC per Strafecke noch einmal die Möglichkeit heran zu kommen: Strafeckenspezialist Peillat zeigte aber Nerven und brachte den Ball nicht auf das Tor (56.).

Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte endet das Duell zwischen dem Mannheimer HC und dem Hamburger Polo Club überraschend deutlich mit 3:0. Eine schwache Strafeckenausbeute und eine harmlose Offensive der Mannheimer reichen bei Weitem nicht um in das Finale einzuziehen. Für den Hamburger Polo Club geht es bei der ersten Final4-Teilnahme am morgigen Sonntag direkt um die Deutsche Meisterschaft.

"Stark verteidigt, verdient gewonnen. Effektivere Mannschaft in den wichtigen Situationen.
[...] es muss weitergehen für den dritten Platz."
Gonzalo Peillat, Mannheimer HC

Alle Spiele des Final4 werden auf sportschau.de und über Twitch (Spontent_one) live übertragen. Zusätzlich gibt es in diesem Jahr das Final4 Radio – jetzt hier reinhören!

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Foto: HOCKEYLIGA e.V. / D.Markgraf

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