EHL: Zwei deutsche Gewinner, aber kein deutsches Siegerteam

Gleich in drei europäischen Wettbewerben hatten sich deutsche Bundesligamannschaften über die Osterfeiertage ins Endspiel vorgearbeitet. Am Ende mussten sie aber überall dem Gegner zum Turniersieg gratulieren. Trotzdem gibt es mit Florian Fuchs und Kira Horn (Foto) zwei deutsche EHL-Gewinner.

Die Herren von Rot-Weiss Köln fanden im Endspiel der Euro Hockey League ihren Meister im HC Bloemendaal. Der holländische Tabellenführer und EHL-Titelverteidiger lieferte im Wagener-Stadion von Amsterdam eine Topleistung im Finale ab und ließ dem Kölner Team wenig Chancen. Am Ende hieß es 4:0 für Bloemendaal, für das Florian Fuchs bei jedem Treffer beteiligt war. Der aus dem deutschen Nationalteam nach seiner dritten Olympiateilnahme abgetretene Goldmedaillengewinner von 2012 schoss das 2:0 und bereitete die anderen drei Treffer vor. Für „Man of the match“ Fuchs war es nach zwei EHL-Triumphen mit dem UHC Hamburg nun schon der dritte im Trikot des HC Bloemendaal. Für Köln, das beim 2:1 über HC Kampong und 5:1 im Halbfinale über Surbiton zwei sehr starke Leistungen gezeigt hatte, bedeutete es die zweite 0:4-Endspielniederlage. 2019 gab es das gleiche Resultat schon gegen die belgischen Waterloo Ducks. 2017 hatte Rot-Weiss die EHL gewonnen.

Keine große Rolle spielte der zweite deutsche Herren-Vertreter HTC Uhlenhorst Mülheim. Schon nach dem klaren 0:4 in der ersten Runde gegen den SV Kampong war Endstation aller Titelträume für den stark ersatzgeschwächten deutschen Vizemeister, der im Platzierungsspiel mit dem 3:1 über St. Germain Paris zumindest einen versöhnlichen Abschluss hatte.  

 

Viel Pech begleitete in Amsterdam das EHL-Debüt der Damen des Düsseldorfer HC. Im Viertelfinale gegen den spanischen Vizemeister Junior FC war der Deutsche Meister eigentlich das bessere Team, musste mit 0:0 aber ins Shoot-out, wo 1:2 verloren wurde, wobei dem DHC durch eine grobe Fehlentscheidung des Videoumpire Steine in den Weg gelegt wurden. Im Platzierungsspiel gegen den spanischen Meister Club de Campo Madrid folgte auf ein 3:3 wieder ein Shoot-out, diesmal mit besserem Ende (2:1) für den DHC.

 

Das Damen-Finale war eine rein holländische Angelegenheit. Titelverteidiger HC Den Bosch traf auf den AHBC Amsterdam. Zwei Führungen und ein deutliches Chancenplus reichten Den Bosch nicht zum Sieg. Amsterdam mit der deutschen Internationalen Kira Horn als Stammspielerin in der Verteidigung glich zweimal zum 2:2-Endstand aus. Im Shoot-out behielt Amsterdam dann mit 3:2 die Oberhand.

 

An gleich zwei Fronten in südlichen Gefilden kämpfte der Mannheimer HC für deutsche Punkte in der Euro-Nationenwertung. Die MHC-Herren drangen im spanischen Terrassa beim EHL Ranking Cup nach zwei dramatischen Siegen über Hamstead&Westminster/England und Waterloo Ducks/Belgien (jeweils im Shoot-out) ins Endspiel ein, wo man Gastgeber Club Egara gegenüberstand. Einen 1:3-Rückstand vermochte Mannheim aufzuholen, aber Terrassa hatte das bessere Ende und gewann 4:3. Die MHC-Damen spielten im italienischen Cernuso sul Naviglio die Eurohockey Club Trophy. Zwei ungefährdete Siege brachten den deutschen Vizemeister ins Endspiel gegen die KHC Dragons. Die Belgierinnen hatten hier zwar viel weniger Torchancen als Mannheim, aber nutzten eine davon zum 1:0-Sieg.

Foto: EHL



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