Drama in Mannheim: Münchner SC behält die Oberhand im Shootout

Nach einer dramatischen Partie rettet sich der Mannheimer HC trotz 0:2 Rückstand noch in den Shootout. Doch München belohnt sich für eine starke kämpferische Leistung, behält am Ende die Nerven und erzwingt somit ein Entscheidungsspiel. Der Spielbericht:

Mannheimer HC – Münchner SC 6:7 (2:2, 0:2) n.SO

Auf dem Weg in das Final 4 Turnier in Bonn stellte die Viertelfinalbegegnung gegen den Münchner SC für die Damen des Mannheimer HC ein echtes Hindernis dar. Nachdem das Hinspiel in München mit 0:3 gewonnen werden konnte, empfing man heute auf eigener Anlage die Gäste aus der bayerischen Landeshauptstadt.

Die Münchnerinnen konnten in der ersten Halbzeit sehr gut mit den favorisierten Damen des Mannheimer HC mithalten. Beide Teams versuchten sich in den ersten Minuten spielerisch in Richtung des gegnerischen Schusskreises zu kombinieren und Struktur in das eigene Spiel zu bringen. Und München zeigte kurz vor Viertelende direkt einmal, dass mit ihnen in dieser Partie noch zu rechnen sein sollte: Philin Bolle führte einen Freischlag in zentraler Position vor dem Schusskreis der Mannheimerinnen schnell aus und brachte den Ball vor das Tor. Dabei wurde dieser von einer Verteidigerin hoch abgefälscht und wäre wohl auch neben dem Kasten ins Toraus gegangen, doch Mali Herberhold war in der Lage den Ball aus der Luft zu stoppen und hatte dann nur noch die überraschte Mannheimer Torfrau Lisa Schneider vor sich, die sie überwinden konnte (13.). Erst in den letzten Minuten des Viertels schienen die Gastgeberinnen dann richtig aufgewacht, waren mit ihren Angriffen aber nicht mehr in der Lage gefährlich zu werden.

Und auch zu Beginn des zweiten Viertels tauchte Mannheim direkt wieder vor Selina Müller, im Tor der Gäste, auf, der Stecher nach einer Hereingabe von der rechten Seite fand aber nicht den gewünschten Weg in das Gehäuse (16.). In der Folge waren die Mannheimer Damen weiter druckvoll und hatten nun klar das Spiel in die Hand genommen – ein Rückhandschuss von Lucina von der Heyde verfehlte das Tor jedoch klar (19.). Auch mehrere Strafecken blieben ungenutzt und schlecht ausgespielt (20.).

Obwohl in diesem Viertel ausschließlich die Mannheimerinnen das Spiel bestimmten, war es erneut der Münchner SC dem ein Treffer gelingen wollte. Gnadenlos effektiv und mit dem nötigen Glück machten sie genau das besser, was eben noch bei den Mannheimerinnen nicht hatte klappen wollen: Ein Tor nach einer Strafecke. Auch wenn die Ecke nicht gut herausgegeben wurde, kam Michelle Strobel vom Schusskreisrand mit einem Schlag zum Abschluss, der abgefälscht wurde und am langen Pfosten den Weg zu Joana Boehringer fand, die den Ball noch irgendwie im Tor unterbrachte (21., KE). Eine weitere Ecke des Mannheimer HC blieb ungenutzt (23.).

Noch deutlicher wurde das Mannheimer Chancenplus dann in der zweiten Halbzeit. Doch genauso schlecht wie schon im ersten Abschnitt blieb die Chancenverwertung der Gastgeberinnen. Mehrere Strafecken blieben erfolglos, aus der klaren Dominanz im Ballbesitz sprang nicht zählbares heraus, zwei gefährliche Rückhandabschlüsse von Lucina van der Heyde konnten den Münchnerinnen nicht das erste Gegentor einbringen.

Schon zehn Minuten vor Ende nahm Nicklas Benecke, Trainer des Mannheimer HC, die Torfrau aus dem Spiel. Doch auch mit einer Spielerin in Überzahl blieb Mannheim vor dem Tor zunächst schwach, denn selbst die besten Chancen wurden vergeben. Erst knapp sieben Minuten vor dem Abpfiff folgte dann die Erlösung aus Sicht der Gastgeberinnen: Lucina van der Heyde erzielte den 1:2 Anschlusstreffer per Siebenmeter (54.).

Doch das Defensivbollwerk der Damen des Münchner SC, schien dem Powerplay der Mannheimerinnen stand halten zu können – auch wenn Mannheim noch mehrmals  zu brandgefährlichen Abschlüssen kam, die den Kasten von Selina Müller nur knapp verfehlten. Die letzte Möglichkeit noch zum Ausgleich zu kommen, bot sich in der letzten Minute per Strafecke. Und tatsächlich war der achte Versuch des Mannheimer HC dann erfolgreich: Sonja Zimmermann, die vor dem Spiel noch verabschiedet wurde und den Verein nach dieser Saison verlassen wird, erzielte den 2:2 Ausgleich in letzter Minute (60.).

Dementsprechend musste die Entscheidung darüber, ob die Mannheimerinnen in das Final 4 einziehen oder den Münchnerinnen der Ausgleich in der Viertelfinalserie gelingen konnte, im Shootout fallen: Joana Boehringer, die in der regulären Spielzeit noch erfolgreich war, scheiterte als erste Schützin der Münchnerinnen an Torfrau Lisa Schneider. Für den Mannheimer HC war Charlotte Gerstenhöfer erfolgreich und brachte ihr Team in Führung.

Als zweite Schützin für München brachte Philin Bolle den Ausgleich, Sonja Zimmermann, die soeben noch für den späten Ausgleich gesorgt hatte, war nicht in der Lage Selina Müller zu überwinden. Und auch Jule Bleuel traf für den Münchner SC, Lucina van der Heyde routiniert für Mannheim. Nach einem Foul der Mannheimer Torfrau in der vierten Runde wurde den Münchnerinnen ein Siebenmeter zugesprochen: Philin Bolle brachte die Gäste in Führung, im Gegenzug parierte Selina Müller gegen Florencia Habif.

Doch München konnte die Chance das Spiel für sich zu entscheiden, erneut nicht nutzen und brachte den Ball erst nach Ablauf der Zeit im Tor unter. Für Mannheim traf Clara Badia Bogner zum erneuten Ausgleich nach fünf Schützinnen. Im direkten Duell war dann Gerstenhöfer wie schon zu Beginn des Shootouts mit einem Rückhandschuss erfolgreich, auch Philin Bolle traf. Für Mannheim vergab darauf Lucina van der Heyde, der Ball verfehlte das Tor, was München den nächsten Matchball brachte: Jule Bleuel behielt die Nerven und den Sieg in Münchner Hand.

Nach einer nervenaufreibenden Partie belohnen sich die Gäste des Münchner SC für einen couragierten Auftritt und entführen den Sieg aus Mannheim. Für das entscheidende Spiel empfangen die Damen des Mannheimer HC die Münchnerinnen morgen erneut um 12:00 Uhr (29. Mai).

Foto: Hockeyliga e.V. / Marc Junge SportsGallery

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"Grundsätzlich sehr unnötig die Niederlage [...], daher gilt es jetzt alle Kräfte zu mobilisieren für morgen und [...] irgendwie ins Final 4 einzuziehen - egal wie."
Nicklas Benecke, Trainer MHC Damen

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