Berliner HC erreicht nach Nervenschlacht wie 2020 das Finale

In einem extrem spannenden Spiel siegte der amtierende Vizemeister Berliner HC gegen den Harvestehuder THC mit 8:7 n.SO (5:5, 3:2). Beim HTHC fehlte Tobias Hauke im Aufgebot, doch die Hamburger führten auch ohne den Welthockeyspieler von 2013 lange. Im Shoot-Out trafen am Ende alle Berliner Schützen, während lediglich HTHCs Florian Steyrer vergab.

Beide Teams starteten verhalten in die letzte Begegnung am Samstag Abend in Düsseldorf. Den ersten Torschuss der Partie verzeichneten die Berliner durch Kapitän Paul Dösch (3.). In der fünften Minute wehrte Mika Schleu im Tor des Berliner HC einen Ball an dem Fuß von Tim Strüven ab, die Strafecke für den Harvestehuder THC schoss Michael Körper an den Körper eines Berliners. Die Wiederholungsecke wurde durch Maximilian Schlüter aufs Tor gebracht, doch Anton Ebeling rettete spektakulär auf der Linie für den BHC (7.). Ein tolles Solo von Michael Hummel, der mit einem schönen Rückhand-Lupfer Anton Brickman überwinden konnte, brachte den Berliner HC mit 1:0 in Führung (9.). Mit einer unglaublichen Energieleistung brachte Michael Körper den Harvestehuder THC das erste Mal auf die Anzeigetafel: In unnachahmlicher Manier setzte sich der Österreicher gegen vier Berliner durch und traf hart per Rückhand ins lange Eck zum 1:1 (13.). Kurz vor Ende des Viertels gab es noch eine Ecke für den HTHC, die landete am Körper eines Berliners. Die Wiederholungsecke nutzte Michael Körper zur 2:1 Führung (15., KE). Für den österreichischen Stürmer bedeutete das Saisontor Nummer 31. 

"Alle die schon mal ein Spiel von uns geguckt haben wissen, dass das heute nicht die beste Leistung war (...) vielleicht machen wir es morgen besser und holen den Wimpel nach Hause."
Paul Dösch, Kapitän Berliner HC

In der 20. Minute setzte sich einmal mehr Michael Körper auf der rechten Seite durch, seinen Abschluss konnte Mika Schleu noch an den Pfosten lenken. Im Gegenzug nutzte Anton Ebeling einen abgewehrten Ball von Anton Brinckman zum 2:2 Ausgleich (21.). Bitter für Anton Brinckman: Hätte er den Ball durchgelassen hätte es Abschlag für den HTHC gegeben, da der Ball, den er abgewehrt hatte, von außerhalb des Schusskreises gekommen war. Das Spiel nahm mehr und mehr an Fahrt auf. Die fünfte Strafecke des Harvestehuder THC konnte Mika Schleu entschärfen (22.). Nur wenige Sekunden später brachte Fülöp Losonci nach Vorarbeit von Michael Körper den HTHC aus kürzester Distanz wieder in Führung (24.). Auch in der Folge hatten die Hamburger weitere Chancen die Führung weiter auszubauen, doch meist fehlte die letzte Präzision im Abschluss. Dem Berliner HC fiel es schwer sich klare Torchancen in dieser Phase des Spiels herausarbeiten. Die 3:2 Halbzeitführung für den Harvestehuder THC war verdient.

Der Berliner HC kam mit mehr Schwung als in der ersten Hälfte aus der Kabine. Der Harvestehuder THC verlegte sich mehr aufs Kontern. Die erste Großchance der zweiten Halbzeit hatte Anton Ebeling, doch seinen Abschluss konnte Florian Steyrer gerade noch auf der Linie klären (37.). Die erste Ecke des Berliner HC folgte wenige Sekunden später, doch Tim Strüvens Abschluss blieb harmlos (38.). Sein Mannschaftskollege Michael Hummel machte es nur eine Zeigerumdrehung später besser: Sein Abschluss aus halblinker Position schlug im langen Eck zum 3:3 ein (39.). Im Gegenzug holte Maximilian Keim die sechste Ecke für die Hamburger und die nutzte Niklas Reuter zur erneuten Führung (40., KE). Der Berliner HC war bis dahin diese bessere Mannschaft im dritten Viertel, doch Michael Körper nutzte das Momentum nach Reuters erneuter Führung aus, schüttelte Gegenspieler Lukas Kilpper ab und traf per Rückhand zum 5:3 (41.). Bereits der dritte Treffer der Partie für den Österreicher. Der Berliner HC schüttelte sich einmal kurz, holte sich die nächste Ecke und Kapitän Paul Dösch stellte den 4:5 Anschluss wieder her (44., KE). Sein erster Schuss war ihm dabei abgerutscht, doch der Berliner Kapitän blieb in der Situation hellwach und setzte direkt nach. Mit dem knappen 4:5 ging es ins letzte Viertel. 

"Es ist einfach wirklich unglücklich. Wir hatten das Spiel wirklich ganz gut im Griff (...) es ist halt jetzt bitter. Es hat wirklich ein Tor gefehlt, dass man hätte den Sack zumachen können, aber war halt leider nicht da."
Michael Körper, Spieler Harvesterhuder THC

Der Berliner HC drückte zu Beginn des Schlussviertels auf den erneuten Ausgleich. Und dieser fiel durch Niklas Westphalen auch in der 48. Minute, doch die Unparteiischen nahmen den Treffer wieder zurück. Westphalen sollte den Ball außerhalb des Schusskreises aufs Tor gebracht haben. Nach Ansicht der Bilder fragwürdig. Der BHC drückte weiter auf den Ausgleich und traf durch Tim Strüven den rechten Pfosten (50.). Das Torschussverhältnis sprach in der zweiten Halbzeit eine klare Sprache: 11:4 für die Berliner. Der Harvestehuder THC lauerte auf Konter, um den alten zwei Tore Abstand wieder herstellen zu können. Die Chancenverwertung des Berliner HC war trotz aller Überlegenheit bis zu diesem Zeitpunkt ausbaufähig. Beinahe hätte Niklas Reuter auf 6:4 für den HTHC gestellt, doch Mika Schleu ging energisch dazwischen (52.). Vier Minuten und 27 Sekunden vor dem Ende nahm Berlins Trainer Rein van Eijk Mika Schleu zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Platz. In künstlicher Überzahl drückte der BHC mit aller Macht auf den Ausgleich. Und der Berliner HC belohnte sich durch Marian Klink, der zentral vor dem Tor aus acht Metern das 5:5 erzielte (57.). Im Gegenzug verlor Paul Dösch den Ball an der linken Bande gegen Michael Körper. Der legte quer zu Florian Steyrer der frei vor dem leeren Tor am überragend reagierenden Mika Schleu scheiterte (58.). Doch die Schiedsrichter entschieden im Anschluss an die Aktion auf Strafecke und Tobias Lietz traf zum vermeintlichen 6:5 für den Harvestehuder THC. Die Schiedsrichter nahmen das Tor aber zurück. Wenig später holte sich der Berliner HC wenige Sekunden vor dem Ende die nächste Strafecke. Paul Dösch holte anschließend eine Wiederholungsecke, nachdem der Ablauf nicht stimmte, doch auch die konnte nicht verwandelt werden und so ging es ins Shoot-Out.

Mika Schleu gegen Anton Brinckman lautete das Duell der beiden Protagonisten, der beiden Torhüter. Der Harvestehuder THC eröffnete den Shoot-Out mit Anton Pöhling, der im Nachschuss Mika Schleu überwand. Jonas Gomoll blieb anschließend ruhig und glich per Rückhandschuss für den BHC aus. Florian Steyrer schlenzte den Ball direkt vom Kreisrand Richtung linkes oberes Eck, doch er traf nur den Pfosten. Adrian Lehmann-Richter hingegen machte es besser, drehte sich einmal um die eigene Achse und traf zur Führung für den Berliner HC. Michael Körper musste treffen und er traf. Paul Dösch hatte anschließend den ersten Matchball im Shoot-Out, Anton Brinckman hielt den ersten Versuch, doch den zweiten hängte der Berliner Kapitän unter die Latte zum Sieg für den Berliner HC.

Der Berliner HC trifft somit morgen im Final um 15 Uhr auf den Mannheimer HC.

Die Live Streams des Final Fours findet Ihr hier:

http://sportschau.de/

http://twitch.tv/Spontent_one

Foto: Dirk Markgraf

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