2. BL Herren: DSD Düsseldorf macht Riesenschritt Richtung Aufstieg

Trotz abschließender Siege müssen die HG Nürnberg im Süden und der Spandauer HTC die 2. Bundesliga Herren als Absteiger verlassen. Im Westen hat DSD Düsseldorf (Foto) einen Riesenschritt Richtung Aufstieg gemacht, während es im Norden am kommenden Sonntag ein echtes Endspiel gibt.

Vor allem Nürnberg konnte noch auf ein Happy End im Abstiegskampf der Süd-Gruppe hoffen. Nach ihrem gestrigen Sieg über Rüsselsheim hatten sich die Franken bis auf drei Punkte an die Stuttgarter Kickers herangearbeitet. Als dann am Sonntag in den Parallelspielen die HGN gegen Meister Wiesbadener THC ständig eine Führung hatte und gleichzeitig die Kickers im Nachbarschaftsduell mit dem HC Ludwigsburg zur Pause mit 2:3 in Rückstand lagen, rückten beide Teams in der virtuellen Abschlusstabelle ganz dicht aneinander heran. Die erhoffte Schützenhilfe bekam Nürnberg dann aber doch nicht. Ihre eigene Aufgabe lösten die Franken mit einem 9:7 (4:3) über den WTHC erfolgreich (Cedric Nagl für die HGN und Valentin Esterhues für WTHC waren mit je drei Toren die besten Schützen), aber die Schützenhilfe durch Ludwigsburg blieb aus.

 

Die Kickers lösten sich aus der Bredouille, indem sie aus dem 2:3 ein 6:3 machten. Zwar glichen die Gäste in künstlicher Überzahl schnell auf 6:6 aus, mussten aber auch den ein oder anderen Empty-net-Gegentreffer einstecken, ehe sie das torwartlose Spiel wieder aufgaben. Am Ende hatte Stuttgart die größeren Kraftreserven, feierte mit 10:6 den zweiten Derbyerfolg und seinen Klassenerhalt. Anton Boomes, Sten Brandenstein, Jona Meyer und Marc Hohmann waren jeweils Doppeltorschützen beim Sieger, Matthias Schurig traf vier Mal für den HCL, der in der Abschlusstabelle auf Rang fünf zurückfiel, Stuttgart ist Dritter.

TuS Obermenzing sicherte sich mit einem 8:5 (4:2) über den Rüsselsheimer RK Platz zwei im Abschlussranking. Michael Rostek war mit drei Treffern einmal mehr der beste Münchner Schütze, Niklas Isselhard traf doppelt für den RRK, der als Vierter abschloss.

„Die Jungs haben die Situation bravourös gelöst, wir haben immer an unsere offensiven Qualitäten geglaubt.“
Till Ziemssen, Trainer HTC Stuttgarter Kickers

Im Osten half dem Spandauer HTC der 6:4 (2:3)-Auswärtssieg beim Berliner SC nicht zum Klassenerhalt. Aus einem 1:3-Rückstand hatte sich der SHTC ein 5:3 gemacht und dann den Vorsprung ins Ziel gerettet. Sebastian Meincke und Manuel Schreiter trafen beim Sieger doppelt. Die nötige Schützenhilfe aus Osternienburg bekam Spandau indes nicht. Denn der TSV Leuna sicherte sich mit einem 6:5 (1:3) seinen Verbleib in der zweiten Liga. Gastgeber OHC hatte 2:0 und 3:1 geführt, geriet dann über das 4:4 mit 4:6 in Rückstand. Osternienburgs Spielertrainer Chris Dolge mit zwei und Leunas Routinier Nils Poczatek mit drei Toren waren die erfolgreichsten Schützen.

Im letzten Saisonspiel bekam auch die blütenweiße Weste des Aufsteigers HC Roseneck noch einen kleinen Fleck ab. Beim 4:4 (0:3) bei Rotation Prenzlauer Berg stand der Ostmeister sogar dicht vor der ersten Niederlage, denn Rotation um seinen einmal mehr besten Torschützen Christopher Nörskau (2) führte nicht nur 3:0 zur Pause, sondern auch fünf Minuten vor Schluss noch 4:3. Jakob Eggers rettete in vorletzter Minute mit seinem 49. Saisontor den Roseneckern das Unentschieden.

 

Das im Norden sich andeutende Endspiel um den Aufstieg steht nun endgültig fest. Der Drei-Punkte-Abstand zwischen Braunschweiger THC und Verfolger Rahlstedter HTC blieb am Sonntag unverändert. Tabellenführer BTHC siegte mit 6:3 (1:0) beim TTK Sachsenwald. Die knappe Pausenführung schraubte Braunschweig bei zum 5:0 hoch, ehe Finn Dabelstein mit einem Hattrick nochmal kurz Hoffnung für Sachsenwald zurückbrachte. Aber der Schlusspunkt gehörte dem BTHC, der in Paul Richwien mit vier Toren seinen besten Schützen hatte. Gleichzeitig gewann Rahlstedt mit 3:1 (1:0) gegen Schlusslicht THK Rissen. Stefan Schilling brachte den RHTC mit zwei Toren auf Kurs. Rahlstedt würde dank der besseren Tordifferenz auch ein knapper Sieg in Braunschweig kommenden Sonntag zum Aufstieg reichen, dem BTHC natürlich bereits ein Unentschieden.

Vorzeitig den dritten Tabellenplatz im Abschlussranking sicherte sich der Großflottbeker THGC mit dem 11:8 (3:3) bei Klipper Hamburg. In der torreichen Partie lagen die Gastgeber nur beim 3:2 mal vorne, aber Klipper behielt stets die Tuchfühlung, konnte beim 8:9 (56.) immer noch auf ein gutes Ende hoffen. Luis Bernstein war mit drei Toren der beste Klipper-Schütze, beim Sieger traf Max Baumgardt (4) am häufigsten.

 

Das Spitzenspiel der West-Gruppe konnte der DSD Düsseldorf mit 9:8 (5:3) beim Gladbacher HTC für sich entscheiden. Nach dem Fehlstart (0:3 nach neun Minuten) und einem zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand (3:7) arbeitete sich Gladbach über seine besten Torschützen Wei Adams und Elias Trueson (je zwei) noch einmal mit Erfolg heran, hatte aus dem 5:8 ein 8:8 (57.) gemacht, ehe Jan Becker mit seinem dritten Tor den DSD-Sieg unter Dach und Fach brachte. „Das war ein emotional wichtiger Schritt heute. Wir haben oft schon eine Führung nicht ins Ziel gebracht. Heute hat es geklappt“, freute sich DSD-Coach Tobias Bergmann über den Dreier, der Düsseldorf bei nun sechs Punkten Vorsprung dem Aufstieg ganz nahe bringt. Weil die Konkurrenten Gladbach und SW Köln am nächsten Freitag aber in Nachholspielen wieder heranrücken können, ist Bergmann vor dem Abschlussspiel gegen Köln lediglich „zurückhaltend optimistisch“.

 

Schwarz-Weiß Köln wahrte seine Chancen durch ein 5:4 (3:3) gegen HC Essen. Aber der Dreier war ein hartes Stück Arbeit. Erst beim 3:2 lagen die Hausherren erstmals vorne. Essen ließ sich nie abschütteln, glich zum 4:4 aus, ehe Sebastian Lehrke zehn Minuten vor Schluss mit seinem zweiten Treffer den Sieg für Köln sichern konnte. Schwarz-Weiß überholte mit dem Sieg Gladbach und ist nun Zweiter.

 

Der Abstieg des Oberhausener THC ist mit dem 6:10 beim Kahlenberger HTC praktisch beschlossene Sache. Dabei hatte Oberhausen mit dem 3:1 einen guten Start, führte auch zur Pause noch 4:3. Danach schossen aber lange Zeit nur noch die Gastgeber Tore, hatten beim 9:4 (50.) das Spiel längst auf ihre Seite gezogen. Spielertrainer Thorben Pegel war mit sechs Toren der entscheidende Schütze beim Sieger, Jannis Zeymer traf dreimal für Oberhausen, das auch nach acht Spielen noch auf seinen ersten Punkt wartet.

„Das war ein emotional wichtiger Schritt heute. Wir haben oft schon eine Führung nicht ins Ziel gebracht. Heute hat es geklappt.“
Tobias Bergmann, Trainer DSD Düsseldorf

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