2. BL Damen: Bietigheim kündigt Rückzug an, Leipzig profitiert

Wundersame Wendung im Abstiegskampf der 2. Bundesliga Damen: Weil der Bietigheimer HTC sein Team aus personellen Gründen abmelden wird, steigen aus der Süd-Gruppe neben dem BHTC nur die beiden Tabellenletzten ab (TSV Schott Mainz, Blau-Weiss Berlin). Der ATV Leipzig (Foto) bleibt drin. Auch Eintracht Braunschweig hält die Klasse.

Die Nachricht kam über die Pfingsttage bei den Beteiligten im Abstiegskampf wie auch beim Hockeyliga e.V. und beim Deutschen Hockey-Bund an. Der Bietigheimer HTC erklärte darin schriftlich, dass er aufgrund zu vieler feststehender personeller Abgänge kein für die zweite Liga wettbewerbsfähiges Team in die kommende Saison schicken kann und er sich deshalb aus der 2. Bundesliga zurückziehen würde. „Ein offizieller Antrag auf Rückzug kann allerdings erst nach Abschluss der Saison gestellt werden. Ich gehe aber fest davon aus, dass dies so geschieht“, sagt Sebastian Schwidder, Leiter Spielorganisation der Hockeyliga. Die Folge ist, dass der Bietigheimer HTC, der die laufende Saison als Tabellensechster abgeschlossen hat und sportlich damit seine Qualifikation für die Feldsaison 2022/23 in der Tasche hätte, als Absteiger gewertet wird. Profitieren von diesem Rückzug wird der Drittletzte, der normalerweise abgestiegen wäre.

 

Den Kampf um den drittletzten Platz entschied der ATV Leipzig mit einem klaren 4:1-Sieg beim direkten Konkurrenten TC Blau-Weiss Berlin für sich. „Ich denke, wir haben uns den Klassenerhalt mit einem Vier-Punkte-Schlusswochenende auch verdient. Hut ab vor der Leistung meiner Mannschaft“, freute sich ATV-Trainer Christian Hufnagl nach dem „Endspiel“-Sieg in Berlin und dem vorangegangenen 1:1 gegen die Zehlendorfer Wespen. Elisabeth Kirschbaum hatte in ihrem letzten Spiel vor Karriereabschluss die Leipzigerinnen acht Minuten vor Ende mit einer verwandelten Strafecke zum 2:1 auf die Siegerstraße geführt. Cosima Rocktäschel (56./60.) machte den Deckel drauf. Beatrice Kalweit (23.) hatte das erste Leipziger Tor geschossen, Svenja Liebig per Siebenmeter (32.) für Blau-Weiss ausgeglichen.

 

Bietigheim verabschiedete sich mit einem 1:2 (1:1) gegen den Nürnberger HTC. Melina Herkert (3.) und Berenike Zaha (33.) schossen die NHTC-Treffer, Steffi Müller (13.) hatte für den BHTC ausgeglichen. Auswärts gewann auch der Feudenheimer HC. Beim 5:0 in Mainz trafen Luise Höfling-Conradi (13./26.), Caprice Brune (15.), Sophie Tiefenbacher (28.) und Marlene Margraf (34.) schossen die Tore. Gastgeber Schott Mainz muss ohne Punktgewinn in 20 Spielen den Abstieg antreten.

 

Für den einzigen Heimsieg im Süden sorgte TuS Obermenzing, das gegen die HG Nürnberg zwei Rückstände noch zum 3:2 (1:1)-Sieg drehen konnte.

 

Die einzige wirklich wichtige Entscheidung der Nord-Gruppe am Schlusstag bestand im Fernduell zwischen Heimfeld und Braunschweig um den zweiten Absteigerplatz. Die Eintracht aus Niedersachsen konnte ihre bessere Ausgangsposition dann tatsächlich ins Ziel bringen. Braunschweig gewann sein Heimspiel gegen Klipper Hamburg mit 3:2. Dinah Fröhlich (E, 13.) und Lydia Hirschler (E, 17./25.) schossen ein 3:0 heraus, ehe Eileen Mävers (30.) und Sarah Strache (44.) noch verkürzten. Der TG Heimfeld hätte damit auch ein Sieg über den Bremer HC nichts genutzt. Der Meister war bestrebt, die Saison ohne Niederlage abzuschließen und schaffte dies dann mit einem 4:1 (2:1) nach BHC-Toren von Lea Albrecht (14./39.) und Lena Frerichs (20./53.). Rike Dreeßen (24.) verkürzte für die TG Heimfeld, die in der Regionalliga Nord einen Neuaufbau starten muss.

 

Der Crefelder HTC sicherte sich mit einem 3:0 (2:0) über den DSD Düsselddorf die Vizemeisterschaft. Leni Hamacher (5./51.) und Sharon Seaton (16.) schossen die drei Krefelder Tore. CHTC-Konkurrent Bonner THV verlor sein Heimspiel gegen den Hamburger Polo Club mit 2:4. Marleen Hartmann (22./50./53.) und Marie Hamann (40.) trafen für die Gäste, erst nach dem 0:4 konnte auch Simca Schön (54.) und Marie Esser (58.) für den BHTV zwei Ecken verwandeln.

 

Wie Mainz im Süden muss auch ETUF Essen im Norden ohne einen einzigen Punktgewinn die Liga verlassen. Zum Abschluss gab es ein 0:2 gegen Blau-Weiß Köln, für das Paulina Reyelt (38.) und Mia Kähler (7m, 55.) trafen.  

 

Foto: Udo Nitschke

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